Kommentar
06:30 Uhr, 25.04.2026

Indien setzt E-Rupie im Sozialstaat ein – und testet programmierbare Auszahlungen

Indien nimmt Tempo bei der Entwicklung der E-Rupie auf. Nun soll die CBDC im Sozialstaat zum Einsatz kommen. Doch nicht alle sind überzeugt.

Indien treibt die Einführung seiner digitalen Zentralbankwährung e-Rupie im staatlichen Transfersystem voran und testet deren Einsatz gezielt für Sozialleistungen. Wie Reuters berichtet, laufen derzeit rund zehn Pilotprojekte, bei denen Subventionen und staatliche Zahlungen direkt über digitale Wallets ausgezahlt werden. Damit sollen Ineffizienzen und Fehlverteilungen im rund 80 Milliarden US-Dollar umfassenden Sozialsystem reduziert werden.

Die Programme werden unter anderem von der Reserve Bank of India, der Weltbank sowie regionalen Behörden umgesetzt. Im Rahmen der Tests erhalten Empfänger programmierbare digitale Guthaben, deren Nutzung auf bestimmte Zwecke begrenzt ist. Damit würde sichergestellt, dass Gelder nicht missbraucht werden, erklärt der Ökonom Vijay Kolekar gegenüber Reuters.

Doch nicht alle scheinen von dem Konzept überzeugt. Neha Narula vom MIT Media Lab meint gegenüber der Nachrichtenagentur: “Ein so hohes Maß an Kontrolle über wirtschaftliche Aktivitäten umzusetzen, ist sehr herausfordernd.” Zudem könnten zweckgebundene Einschränkungen die Akzeptanz in Indien beeinflussen.

Laut Schätzungen nutzen derzeit rund zehn Millionen Menschen die e-Rupie im Rahmen der Initiative. Weltweit befinden sich laut Daten des Atlantic Council derzeit 49 Länder in der Pilotphase von CBDC-Projekten.

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Hierzulande stößt das Projekt, mit Ausnahme der AfD, auf Zustimmung. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten erhoffen sich die Parteien eine stärkere Resilienz und Unabhängigkeit von US-Zahlungsanbietern. Dazu legte die SPD vor kurzem ein neues Positionspapier vor.

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