Griechische Regierung optimistisch zu Schuldenschnitt-Verhandlungen
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Athen (BoerseGo.de) – Griechenland zeigt sich zu Wochenbeginn optimistisch zu den Verhandlungen mit den privaten Gläubigern zum Schuldenschnitt. "Genaue Zahlen werden wir nicht sagen. Wir sind aber optimistisch", sagte ein Mitarbeiter der griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Das Finanzministerium in Athen rechnet damit, dass sich die meisten Banken erst "in letzter Minute" melden werden. Auch der Geschäftsführer des internationalen Bankenverbands IIF, Charles Dallara, drückte bereits am Wochenende seine Zuversicht aus, dass der geplante Schuldenschnitt positiv abgeschlossen wird.
Der Schuldenschnitt sieht eine Entlastung der griechischen Staatskasse um 107 Milliarden Euro vor. Dazu sollen die privaten Gläubiger Athens wie Banken, Versicherungen und Fonds auf 53,5 Prozent ihre Forderungen verzichten. Die Gläubiger haben noch bis zu diesem Donnerstag (8. März 2012) Zeit, um dem Plan zuzustimmen.
Beobachter gehen unterdessen davon aus, dass sich zumindest alle griechischen Banken und Versicherungen sowie Rentenkassen am Schuldenschnitt beteiligen. Dabei halten die Banken des Landes griechische Staatsanleihen im Volumen von 45 Milliarden Euro. Griechische Versicherungen und Rentenkassen haben griechische Staatsanleihen im Wert von rund 23 Milliarden Euro angehäuft.
Sollten sich mindestens 75 Prozent der Privatgläubiger für den Schuldenschnitt aussprechen, könnte Athen die übrigen Anleger per Gesetz zwingen, bei dem Forderungsverzicht mitzumachen. Sollten sich weniger als 75 der privaten Gläubiger zu dem Schuldenschnitt bekennen, könnte das vereinbarte Rettungspaket für Griechenland im Volumen von 130 Milliarden Euro doch noch scheitern. Damit stünde Athen vor dem Bankrott. Denn am 20. März 2012 muss Griechenland Verbindlichkeiten in Höhe von 14,4 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz empfiehlt Privatanlegern, das griechische Angebot zum Anleihetausch nicht anzunehmen.
Am Freitag wollen sich die Euro-Finanzminister über die Situation in Griechenland informieren und gegebenenfalls auch grünes Licht für das zweite Hilfspaket geben.
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