Gold vor der nächsten Richtungsentscheidung
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Gold meldet sich nach der jüngsten Korrektur mit Nachdruck zurück. Am 15. Juni stieg der Preis auf rund 4.336 Dollar je Feinunze, ein Tagesplus von etwa 2,7 Prozent. Auf Monatssicht liegt das Edelmetall dennoch rund fünf Prozent im Minus, während der Abstand zum Vorjahr weiterhin bei gut 28 Prozent liegt. Der Markt verarbeitet damit eine seltene Mischung aus geopolitischer Entspannung, sinkenden Ölpreisen, Fed-Spekulation und technischer Nervosität.
Fundamental bleibt Gold von zwei Kräften geprägt. Einerseits sprechen die strukturellen Argumente weiter für das Edelmetall: Notenbanken kaufen seit Jahren in großem Stil, Anleger nutzen Gold als Absicherung gegen Währungsrisiken und die Diskussion um die Tragfähigkeit westlicher Staatsfinanzen hält die Nachfrage nach realen Reservewerten hoch. Der World Gold Council führt ETF-Bestände und Zuflüsse als wichtigen Nachfragekanal und aktualisierte die entsprechenden Daten zuletzt am 8. Juni. Die Goldpreis- und Performancedaten wurden dort bis 12. Juni aktualisiert.
Andererseits bleibt der Zinskanal der zentrale Bremsfaktor. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Steigen Realrenditen oder der Dollar, sinkt der relative Reiz des Metalls. Trading Economics verweist für den aktuellen Preissprung auf die Erwartung, dass eine Entspannung im Nahen Osten den Ölpreis drückt und damit Inflationsdruck reduziert. Das entlastet Gold indirekt, weil niedrigere Inflationssorgen weniger Druck auf die US-Notenbank erzeugen. Gleichzeitig steht die nächste Fed-Sitzung im Fokus, bei der der Markt vor allem auf den Tonfall achtet.
Die Nachfrage aus offiziellen Reserven bleibt der robusteste Teil der Goldstory. Nach Angaben von Trading Economics halten die USA mehr als 8.100 Tonnen Gold, Deutschland rund 3.350 Tonnen und China erhöhte seine Bestände zuletzt ebenfalls. Diese Bestandsdaten erklären keinen Tageskurs, aber sie zeigen, warum Rücksetzer im Markt nicht automatisch zu einem Bruch des langfristigen Narrativs führen. Gold bleibt für Zentralbanken ein politisch neutraler Reservebaustein.
Bei den Prognosen bleibt die Spanne groß. Einige aktuelle Marktübersichten sehen für Ende 2026 weiterhin deutlich höhere Zielbereiche, wobei genannte Schätzungen großer Häuser je nach Quelle zwischen gut 5.000 und mehr als 6.000 Dollar liegen. Solche Ziele hängen jedoch an klaren Bedingungen: fallende Realzinsen, anhaltende Zentralbankkäufe und kein kräftiger Dollaraufschwung. Anleger sollten diese Prognosen daher als Szenarien lesen, nicht als Fahrplan.
Gold Wochenchart
Betrachtungszeitraum: 15.06.2021– 15.06.2026. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: ariva.de
Charttechnisches Bild
Technisch hat Gold nach dem Höhenflug der vergangenen Jahre einen sichtbaren Knick bekommen. Der von dir gelieferte Ariva Chart zeigt einen Wochenchart mit einer ausgeprägten Rally bis in den Bereich oberhalb von 5.000, gefolgt von einer Korrektur in Richtung 4.300 bis 4.400. Die 100 Tage Linie liegt bei 4.768,5, die 200 Tage Linie bei 4.430,1. Damit notiert Gold im gezeigten Chart unter der kurzfristigeren Durchschnittslinie und im Bereich der längerfristigen Trendmarke. Das spricht für eine angeschlagene, aber noch nicht vollständig gebrochene Struktur.
Die erste relevante Unterstützung liegt bei 4.000. Diese Zone markiert im Chart den Bereich, in dem Käufer zuletzt wieder sichtbar wurden. Darunter würde sich das Bild deutlich eintrüben, weil dann nicht nur die 200 Tage Linie, sondern auch die jüngste Stabilisierungszone unterschritten wäre. Zwischendrin dient 4.430 als unmittelbare Schaltstelle. Oberhalb davon kann sich Gold stabilisieren, darunter steigt das Risiko eines erneuten Tests der 4.000.
Auf der Oberseite liegt die erste Hürde bei 4.500. Danach folgt die 100 Tage Linie bei 4.768,5 als technisch wichtiges Rückeroberungsniveau. Ein Anstieg darüber würde die Korrektur entschärfen und den Blick wieder auf 5.000 lenken. Diese runde Marke fungiert als psychologische Barriere und als obere Begrenzung der jüngsten Erholungsversuche. Ganz oben bleibt der Bereich um 5.500 maßgeblich, nahe dem im Chart sichtbaren Hoch und nahe den von Trading Economics genannten historischen Spitzen über 5.600 Dollar. Solange Gold unter 4.768,5 bleibt, dominiert die Reparaturarbeit. Über 5.000 würde der Markt wieder in den Angriffsmodus wechseln.
Tradingmöglichkeiten
Turbo Open End Bull auf SAP SE
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 15.06.2024; 12:45 Uhr
Turbo Open End Bear auf SAP SE
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 15.06.2024; 11:45 Uhr
Weitere Hebelprodukte finden Sie unter www.onemarkets.de oder emittieren Sie einfach Ihr eigenes Hebelprodukt. Mit my.one direct im stock3 Terminal können Sie in wenigen Schritten Ihr persönliches UniCredit Hebelprodukt konfigurieren und emittieren!
