Fragwürdiger Dieseldeal
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Trump erlaubt Russland Dieselverkäufe
In den US-Zwischenwahlen, die in drei Wochen stattfinden, drohen dem Weißen Haus die Felle davon zu schwimmen. Insbesondere die hohen Preise an den Zapfsäulen verderben die Stimmung der Wähler. So fiel das am Freitag veröffentlichte Konsumentenvertrauen der Universität Michigan von niedrigem Niveau aus weiter zurück. Die hohen Preise für Diesel belasten insbesondere die Landwirte im republikanisch dominierten Kernland der USA. Am Freitag verkündete Präsident Trump nach einem Telefonat mit Wladimir Putin, Russland größere Verkäufe auf dem Weltmarkt zu erlauben. Das steht allerdings im Widerspruch zur bisherigen Sanktionspolitik gegen Russland. Auch in der Republikanischen Partei regt sich Widerstand gegen diesen offensichtlichen Verrat an der westlichen Solidarität mit der Ukraine, der auch noch von Rücktrittsforderungen an Präsident Selenskyj begleitet wurde. Damit Russland diesen Kraftstoff produzieren kann, verkündete Donald Trump einen Stopp der wechselseitigen Angriffe auf Energieanlagen, der aber offenbar nicht zwischen den Parteien ausgehandelt worden war und dessen Einhaltung fraglich erscheint. Die Ursache der Knappheit liegt ohnehin im verfahrenen Nahostkrieg, der durch die Eskalation im Jemen noch an Brisanz gewonnen hat. Die Rohölpreise kamen zwar am Freitag etwas zurück, das Barrel Brent notierte aber weiter deutlich über der 100-Dollar-Marke.
SpaceX kauft Mobilfunkspektrum
An den Aktienbörsen überwogen am Freitag die Gewinne. Der DAX legte unter Führung von SAP und Siemens 1,1 % zu, der Euro Stoxx 50 gewann 0,8 % und der S&P 500 0,6 %. Unter Druck standen allerdings Telekomwerte. In den USA hat SpaceX ein größeres Paket an Mobilfunkfrequenzen erworben, um mit diesen via Starlink ein eigenes landesweites Netz aufzubauen. Dies setzte unter anderem die US-Tochter T-Mobile US unter Druck (-13,3 %), was auf die deutsche Muttergesellschaft (-8,0 %) durchschlug. Im Gegenzug stieg der Funkturmbetreiber US Tower um 9,3 %. Ein starkes Plus verzeichnete auch Moderna (+14,2 %). Das durch den Corona-Impfstoff bekannte Unternehmen wurde in den Nasdaq-100-Index aufgenommen und soll staatliche Unterstützung bei der Entwicklung eines Krebs-Impfstoffes erhalten. Im DAX profitierte Tagesgewinner Zalando von der Einführung einer KI-gesteuerten Retourenbearbeitung.
Atempause an den Rentenmärkten
Der seit Monaten andauernde Kursrutsch an den Rentenmärkten kam am Freitag vorläufig zum Stehen. Die Lage der Staatsfinanzen bleibt das beherrschende Thema. Am Dienstag beginnen in Paris die Beratungen über den Haushalt. Angesichts der im Frühjahr stattfindenden Präsidentschaftswahlen dürfte es dabei wenig konstruktiv zugehen. Außerdem muss die Regierung eine Lösung für die Schülerproteste finden. In den USA versucht das Weiße Haus, vor den Wahlen mit Geldgeschenken Stimmung zu machen, beispielsweise der Erlaubnis, mit steuerfreiem Agrardiesel zu fahren. Heute bleibt der US-Anleihemarkt allerdings wegen des Columbus Day geschlossen, ebenso wie die japanische Börse. Asiens übrige Börsen tendierten schwächer aufgrund von Befürchtungen über ein Abflauen des KI-induzierten Halbleiterbooms. Koreas Kospi verlor nach einer Feiertagspause 3,4 %. Relevante Konjunkturdaten stehen heute nicht zur Veröffentlichung an. In Europa dürfte heute aber der mit China ausgehandelte Kompromiss zu Elektroautos und Lieferungen seltener Erden diskutiert werden.
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