Ethereum-Quantenschutz schon 2028? Experten machen Druck
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Ethereum soll bis Dezember 2028 gegen Quantencomputer und KI gewappnet sein. Das hofft zumindest Ethereum-Forscher Justin Drake, wie er am am Dienstag auf der Devcon 8 in Mumbai betonte. Die offizielle Roadmap sieht jedoch weiterhin erst den Dezember des darauffolgenden Jahres vor.
Nicht die Technik bremst
Quantencomputer könnten in Zukunft aus öffentlichen kryptografischen Schlüsseln die zugehörigen privaten berechnen. Damit wären auch die Signaturen angreifbar, mit denen Ethereum seine Transaktionen absichert. Laut Justin Drake könnte dieser sogenannte Q-Day etwa 2032 erreicht werden. Erst kürzlich warnte er zudem, dass die Signaturen durch Fortschritte der KI in der Mathematik sogar noch früher bedroht sein könnten – im schlimmsten Fall bereits in wenigen Monaten statt in mehreren Jahren.
Als Lösung setzt Ethereum auf leanVM, eine virtuelle Maschine für die effiziente Verarbeitung hashbasierter Signaturen. Laut Drakes Plan soll sie 2027 produktionsreif sein, ein Jahr später soll die Umstellung im gesamten Netzwerk folgen. Verbindlich ist allerdings die offizielle Roadmap der Ethereum Foundation, welche vorsieht, das Netzwerk auf allen drei Ebenen – Ausführung, Konsens und Daten – erst bis 2029 gegen Quanten- und KI-Angriffe abzusichern.
Nicht die Technik sei das Problem, sondern die Koordination der Entwickler, meinte Drake auf der Devcon 8. Theoretisch wäre Quantensicherheit bis Ende 2028 machbar, dafür müssten aber gleich drei Ethereum-Upgrades in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum gelingen.
Starknet will nicht auf Ethereum warten
Druck kommt auch aus dem eigenen Ökosystem. StarkWare-CEO Eli Ben-Sasson, dessen Firma das Layer-2-Netzwerk Starknet für Ethereum entwickelt, hält das Ziel 2029 für zu spät. Sein Argument: Deadlines verschieben sich. Starknet selbst gilt im Kern bereits als quantensicher. Doch eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied: Starknet wickelt Transfers über Ethereum ab und nutzt es für die Datenspeicherung, wodurch es stark an dessen Sicherheit gekoppelt ist.
Am 22. Oktober stimmte die Community deshalb mit großer Mehrheit dafür, den Weg zu einer eigenen Layer 1 zu prüfen. Ben-Sasson will Starknet so bereits 2027 quantensicher machen – ein Jahr vor Drakes Wunschtermin. Einen Whitepaper-Entwurf dazu hat StarkWare für diesen Monat angekündigt. Ob sich am Zeitplan von Ethereum etwas ändert, will die Foundation zeitnah mit externen Fachleuten prüfen. Erst dann dürfte sich zeigen, ob aus Justin Drakes Hoffnung ein echter Plan werden kann.
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