Die Bullen sind zurück auf dem Parkett – DAX springt über 26 000 Punkte
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Die Bullen haben das Frankfurter Börsenparkett zurückerobert und den DAX heute über die Marke von 26 000 Punkten getrieben. Die laufende Quartalsberichtssaison liefert bislang überwiegend positive Signale. Einzelne Enttäuschungen werden von den Anlegern relativ gelassen aufgenommen und können die freundliche Grundstimmung kaum beeinträchtigen. Offenbar überwiegt die Erleichterung, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bislang weniger problematisch darstellen als zwischenzeitlich befürchtet.
Die nächste Bewährungsprobe steht allerdings noch bevor. Mit Amazon und Intel legen heute Abend zwei weitere Schwergewichte der US-Technologiebranche ihre Quartalszahlen vor. Ihre Ergebnisse und vor allem die Ausblicke auf die kommenden Monate besitzen das Potenzial, noch einmal erhebliche Kursbewegungen auszulösen. Gerade nach der jüngsten Erholung sind die Erwartungen hoch.
Für Rückenwind sorgen die Notenbanken. Sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank haben ihre Leitzinsen unverändert gelassen und sich in ihrer Kommunikation zurückhaltender präsentiert. Die zuletzt befürchtete weitere Verschärfung der Geldpolitik scheint damit zumindest kurzfristig an Wahrscheinlichkeit verloren zu haben. Den Anlegern dürfte ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. Denn die Kombination aus hohen Energiepreisen, hartnäckiger Inflation und zusätzlichen Zinserhöhungen hätte die ohnehin fragile Konjunktur erheblich belasten können.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die EZB heute durch die überraschende Ankündigung eines vorzeitigen Rückzugs ihrer Präsidentin Christine Lagarde. Damit rückt neben der weiteren Zinspolitik auch die Frage ihrer Nachfolge in den Mittelpunkt. Die Besetzung dieser Schlüsselposition könnte die geldpolitische Ausrichtung der Eurozone auf Jahre hinaus prägen und dürfte entsprechend intensiv von den Finanzmärkten verfolgt werden.
Bislang haben die Aktienmärkte die Berichtssaison und die Notenbankentscheidungen bemerkenswert gut überstanden. Die Anleger konzentrieren sich wieder stärker auf die Chancen als auf die Risiken. Ob daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entsteht, hängt nun entscheidend davon ab, ob die Unternehmensgewinne den zurückgekehrten Optimismus auch weiterhin rechtfertigen können.
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