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08:43 Uhr, 20.01.2026

Deutsche Exporte in die USA brechen infolge der US-Zollpolitik ein

Von Andreas Plecko

DOW JONES--Die Zollpolitik der US-Regierung hinterlässt tiefe Spuren in der deutschen Wirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, schwächten sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA im Jahr 2025 massiv ab. Von Januar bis November exportierte die deutsche Industrie Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die USA. Dies entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch Güter für 149,9 Milliarden Euro über den Atlantik verschifft wurden.

Im Gegensatz dazu stiegen die Importe aus den USA um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro an. Die Kombination aus sinkenden Exporten und leicht steigenden Importen führte dazu, dass der deutsche Handelsbilanzüberschuss mit den USA deutlich einbrach. Er fiel um 24,6 Prozent auf 48,9 Milliarden Euro - der niedrigste Stand seit dem Pandemiejahr 2021. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Überschuss im selben Zeitraum noch bei einem Rekordwert von 64,8 Milliarden Euro.

Dennoch bleiben die USA das Land, mit dem Deutschland den weltweit größten Außenhandelsüberschuss erzielt. Während das US-Geschäft zweistellige Rückgänge verzeichnete, hielt sich der gesamte deutsche Außenhandel stabil. Die gesamten Exporte stiegen von Januar bis November um 0,5 Prozent auf 1.444,3 Milliarden Euro. Die gesamten Importe nach Deutschland legten im selben Zeitraum um 4,2 Prozent auf 1.260,8 Milliarden Euro zu.

Besonders hart traf es die deutschen Schlüsselindustrien: Die Exporte von Kraftwagen und Fahrzeugteilen in die USA brachen um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro ein. Im Maschinenbau verzeichneten die Unternehmen ein Minus von 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Einzig die pharmazeutischen Erzeugnisse konnten sich dem Trend entziehen und verzeichneten ein leichtes Plus von 0,7 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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