Deutsche Bank vor Zahlen, gelingt jetzt die Trendwende?
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Für die Deutsche Bank beginnt eine richtungsweisende Woche. Am Mittwoch legt Deutschlands größtes Geldhaus seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Aktie notiert bei rund 28,45 Euro und hat binnen fünf Handelstagen gut 1,5 Prozent gewonnen. Anleger fragen sich, ob die operative Stärke ausreicht, um den jüngsten Kursrutsch zu stoppen.
Die Ausgangsbasis ist solide. Im zweiten Quartal erzielte der Frankfurter Konzern mit 1,9 Milliarden Euro den höchsten Nachsteuergewinn seiner Geschichte für diesen Zeitraum. Der Vorsteuergewinn stieg um elf Prozent auf 2,7 Milliarden Euro und die Erträge legten um neun Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig verbesserte sich die Rendite auf das materielle Eigenkapital von 10,1 auf 11,0 Prozent.
Besonders stark präsentierte sich die Investmentbank. Im Handel mit Anleihen und Währungen erreichten die Erträge einen Rekordwert während das Geschäft mit Beratung und Kapitalmarkttransaktionen um 36 Prozent wuchs. In Privatkundenbank und Vermögensverwaltung flossen netto 34 Milliarden Euro zu. Das betreute Vermögen stieg auf mehr als 1,9 Billionen Euro.
Die Strategie der Globalen Hausbank soll nun profitables Wachstum mit strenger Kostendisziplin verbinden. Für 2026 peilt das Management Erträge von rund 33 Milliarden Euro an. Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent steigen und die Aufwand-Ertrag-Relation unter 60 Prozent sinken. Im zweiten Quartal lag diese Quote noch bei 63 Prozent. Vereinfachte Strukturen und künstliche Intelligenz sollen die Effizienz erhöhen. Gleichzeitig kündigte das Institut einen Aktienrückkauf über 500 Millionen Euro aus dem laufenden Gewinn an.
Die Risiken bleiben greifbar. Im dritten Quartal dürften saisonal schwächere Kapitalmarktaktivitäten und eine höhere Risikovorsorge das Ergebnis belasten. Hinzu kommen Kosten für Technologie, Regulierung und den Umbau der Privatkundenbank. Entscheidend wird daher sein, ob die Ertragsdynamik die höheren Aufwendungen erneut überkompensiert.
Die Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich. UBS bestätigte vor den Zahlen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 37 Euro. JPMorgan sieht den fairen Wert bei 41 Euro und Goldman Sachs bei 44,25 Euro. AlphaValue senkte sein Ziel zwar von 38,50 auf 36,90 Euro hält aber am positiven Votum fest. Gegenüber dem aktuellen Kurs signalisiert selbst das niedrigste dieser Ziele ein Potenzial von rund 30 Prozent.
Deutsche Bank AG Wochenchart
Betrachtungszeitraum: 26.10.2021– 26.10.2026. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: ARIVA.DE
Charttechnisches Bild
Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Bei rund 28,45 Euro notiert die Aktie etwa zehn Prozent unter der 100-Tage-Linie bei 31,63 Euro und knapp 5,5 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 30,10 Euro. Beide Durchschnitte fungieren damit zunächst als Belastung. Der erste Widerstandsbereich liegt zwischen 29 und 30 Euro. Erst oberhalb dieser Zone würde sich das Bild aufhellen.
Gelingt der Ausbruch wartet zwischen 32 und 33 Euro die nächste Hürde. Auf der Unterseite bietet der Bereich von 26 bis 28 Euro die erste Unterstützung. Ein Rückgang bis zur Unterkante entspräche einem Minus von rund 8,6 Prozent. Darunter rückt die Zone zwischen 23 und 25 Euro in den Fokus. Solange der Kurs unter beiden gleitenden Durchschnitten bleibt dominiert kurzfristig der Abwärtsdruck. Ein Bruch von 26 Euro würde die Korrektur verschärfen während eine Rückeroberung von 30 Euro die Grundlage für einen neuen Angriff auf das obere Widerstandsband schaffen könnte.
Tradingmöglichkeiten
Faktor-Optionsscheine Long auf Deutsche Bank AG
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 26.10.2026; 12:00 Uhr
Faktor-Optionsscheine Short auf Deutsche Bank AG
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 26.10.2026; 12:00 Uhr
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