Kommentar
05:00 Uhr, 06.03.2026

Der Kampf ums digitale Geld im Euroraum hat begonnen

Die Europäische Zentralbank warnt vor Risiken durch Stablecoins für das Bankensystem. Gleichzeitig arbeiten Banken und Finanzunternehmen im Euroraum an eigenen Euro-Stablecoins. Was hinter diesem Spannungsfeld steckt.

Stablecoins könnten das europäische Bankensystem unter Druck setzen. Davor warnt eine aktuelle Analyse der Europäischen Zentralbank. Digitale Token könnten Einlagen aus dem Bankensystem abziehen und damit die Refinanzierungsbasis von Banken schwächen. Gleichzeitig entstehen im Euroraum neue Stablecoin-Projekte. Banken und Finanzunternehmen im deutschsprachigen Raum arbeiten selbst an tokenisierten Euro-Lösungen. Damit zeichnet sich ein strategischer Widerspruch ab: Während die Zentralbank vor Risiken warnt, treiben Marktteilnehmer im europäischen als auch deutschen Finanzsektor die Entwicklung eigener Stablecoins voran.

EZB warnt vor Risiken bei Stablecoins

Die Europäische Zentralbank sieht in Stablecoins ein potenzielles Risiko für die Stabilität des Bankensektors. In einer aktuellen Analyse untersuchen sechs EZB-Ökonomen, wie sich eine stärkere Nutzung privater digitaler Token auf Einlagen und Kreditvergabe auswirken könnte.

Stablecoins könnten demnach klassische Bankeinlagen teilweise ersetzen. Wenn Haushalte oder Unternehmen ihre Gelder verstärkt in solche Token umschichten, würde sich die Einlagenbasis von Banken verringern. Dies könnte wiederum die Kreditvergabe einschränken und damit Auswirkungen auf die Finanzierung der Realwirtschaft haben.

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Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass Stablecoins insbesondere dann an Attraktivität gewinnen könnten, wenn sie effiziente und kostengünstige Zahlungsoptionen bieten. Gerade im internationalen Zahlungsverkehr könnten tokenisierte Einheiten damit Teile der klassischen Bankinfrastruktur ersetzen.

Banken sind anderer Meinung

Während die Zentralbank Risiken betont, entstehen im Euroraum bereits konkrete Stablecoin-Projekte. Ein Beispiel ist das Banken-Konsortium Qivalis.

Zwölf europäische Großbanken arbeiten dort an einem Euro-Stablecoin, dessen Markteinführung für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant ist. Neben BBVA gehören dem Konsortium unter anderem BNP Paribas, ING, UniCredit, CaixaBank, DZ BANK, KBC, SEB, Danske Bank, DekaBank, Banca Sella und Raiffeisen Bank International an. Das Projekt versteht sich ausdrücklich als regulierte europäische Alternative zu US-Dollar-Stablecoins wie USDT oder USDC.

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Der Token soll vollständig an den Euro gebunden sein und durch Reserven gedeckt werden. Geplant ist eine Struktur mit mindestens vierzig Prozent Bankeinlagen und dem restlichen Anteil in kurzlaufenden Staatsanleihen der Eurozone. Eine tägliche Rücktauschbarkeit soll zusätzlich Vertrauen schaffen.

Deutschland machte 2025 den ersten Schritt

Neben Banken entwickeln auch Finanzunternehmen im Euroraum eigene Stablecoin-Infrastruktur. In Deutschland hat das Joint Venture AllUnity im Jahr 2025 einen vollständig regulierten Euro-Stablecoin gestartet.

Der Token mit dem Namen EURAU ist vollständig an den Euro gebunden und wird unter den Vorgaben der europäischen MiCA-Verordnung emittiert. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erteilte dem Unternehmen zuvor eine Lizenz als E-Geld-Institut. Zuletzt startete AllUnity einen Stablecoin, der den Schweizer Franken abbildet.

Digitaler Euro versus Euro-Stablecoin

Für den Euroraum entsteht damit eine doppelte Dynamik. Auf der einen Seite arbeitet die Europäische Zentralbank am digitalen Euro als staatlicher Form digitalen Zentralbankgeldes. Auf der anderen Seite treiben Banken und Finanzunternehmen private Stablecoins voran.

Beide Ansätze verfolgen ähnliche Ziele: schnellere Zahlungen, programmierbare Geldstrukturen und eine neue Infrastruktur für digitale Finanzmärkte stehen im Mittelpunkt. Die Debatte um Stablecoins entwickelt sich damit zunehmend zu einer strategischen Grundsatzfrage. Entscheidend wird sein, wer die digitale Zahlungsinfrastruktur im Euroraum künftig prägt – Zentralbanken oder private Anbieter.

Krypto in DACH: Die wichtigsten Meldungen aus Deutschland, Österreich und Schweiz

Auch verschiedene Behörden greifen immer öfter im Krypto-Sektor ein, während die Adoption zugleich voranschreitet. Im Folgenden die wichtigsten Meldungen aus der DACH-Region.

Bitpanda verlängert Partnerschaft mit dem FC Bayern München

Bitpanda verlängert seine Partnerschaft mit dem FC Bayern München und erweitert den Status der Zusammenarbeit. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die BTC-ECHO vorliegt. Künftig tritt das Unternehmen nicht mehr ausschließlich als Krypto-Partner, sondern als offizieller Online Trading Partner des Fußballclubs auf. Hintergrund ist die strategische Weiterentwicklung von Bitpanda zu einer Multi-Asset-Plattform, die neben Krypto-Werten und Edelmetallen auch den Handel mit Aktien und ETFs ermöglicht.

Bitpanda Chief Commercial Officer Dominik Beier erklärt: “Der FC Bayern steht für Spitzenleistung, Professionalität und nachhaltigen Erfolg – Werte, die auch für Bitpanda zentral sind. Die Weiterentwicklung unserer Partnerschaft zum Trading Partner ist ein logischer Schritt, der unsere strategische Ausrichtung als Multi-Asset-Plattform widerspiegelt.”

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Auch beim FC Bayern wird die Verlängerung als Fortsetzung einer langfristig angelegten Kooperation eingeordnet.

BaFin warnt vor Krypto-Angeboten in WhatsApp-Gruppen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Angeboten, die über WhatsApp-Gruppen unter den Namen “Fides Ventures” und “Nexquant” verbreitet werden. Nach Angaben der Behörde werden in den entsprechenden Gruppendarstellungen unter anderem Token sowie ein angebliches Krypto-Börsensystem thematisiert.

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Die BaFin ordnet diese Aktivitäten als potenzielles Risiko unerlaubter oder unautorisierter Finanzdienstleistungen ein. Nutzer sollten entsprechende Angebote daher mit besonderer Vorsicht prüfen.

21bitcoin startet Bildungsinitiative für Frauen

Das Unternehmen 21bitcoin hat mit “21women” eine Initiative zur Förderung finanzieller Bildung von Frauen gestartet. Hintergrund sind unter anderem statistische Daten, wonach in Österreich und Deutschland etwa jede fünfte Frau über 65 Jahren von Armut bedroht ist. Mit dem Netzwerk aus 21 Botschafterinnen will das Unternehmen den Austausch über Vermögensaufbau und digitale Anlageklassen wie Bitcoin fördern.

Ein Lichtblick: Laut den Daten erzielen Frauen bei langfristigen Investitionen mit Bitcoin im Durchschnitt oft etwas bessere Renditen als Männer. Ein Unternehmenssprecher erklärt gegenüber BTC-ECHO: “Sie neigen weniger zu impulsiven Entscheidungen und sind im Schnitt weniger von Überconfidence oder FOMO getrieben. Dadurch vermeiden sie häufiges Umschichten und schlechtes Market Timing, was besonders bei der hohen Volatilität von Bitcoin entscheidend ist. Außerdem gehen sie Risiken meist bewusster und disziplinierter ein. Insgesamt wirkt sich dieses geduldige und strategische Verhalten langfristig positiv auf die Rendite aus.”

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Gleichzeitig verweist der 21bitcoin-Sprecher auf strukturelle Hürden beim Einstieg: “Der Anteil von Frauen unter den Bitcoin-Investoren ist geringer, weil das Thema lange stark technik- und finanz dominiert war, Bereiche, in denen Männer statistisch häufiger aktiv sind. Zudem gilt Bitcoin als besonders volatil und spekulativ, was risikobewusste Anlegerinnen eher zurückhaltend macht. Auch ein im Durchschnitt geringeres finanzielles Selbstvertrauen kann den Einstieg zusätzlich bremsen.”

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