DAX unter Druck: Jetzt entscheidet die 25.700er-Marke!
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Der Dax steht nach seiner jüngsten Erholung erneut unter Druck. Noch am Vortag hatte der deutsche Leitindex die Marke von 26.000 Punkten zurückerobert und damit Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung geweckt. Doch bereits zum Handelsstart am Dienstag zeigte sich ein anderes Bild. Mit einer Kurslücke von mehr als 200 Punkten eröffnete der Dax deutlich schwächer und fiel zunächst weiter zurück. Im heutigen Livetrading stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, ob die anschließende Erholung bereits eine neue Kaufchance darstellt oder vielmehr einen günstigen Einstieg für einen Short-Trade bietet.
Für meine Einschätzung war zunächst der Blick auf die übergeordnete Charttechnik entscheidend. Seit dem Tief bei rund 25.000 Punkten hatte sich der Dax innerhalb weniger Handelstage um mehr als 1.000 Punkte erholt. Oberhalb von 26.000 Punkten fehlte jedoch die Anschlussdynamik. Stattdessen bildeten sich zunehmend fallende Hochpunkte, die auf einen kurzfristigen Abwärtstrend hindeuteten. Der kräftige Rücksetzer zum Wochenbeginn bestätigte diese Entwicklung. Damit rückte für das kurzfristige Trading zunächst die Short-Seite in den Vordergrund, obwohl die große Kurslücke zur Eröffnung durchaus Potenzial für eine technische Gegenbewegung bot.
Besonders interessant war dabei die Kurszone zwischen 25.750 und 25.760 Punkten. Dieser Bereich hatte bereits am Vortag mehrfach als Unterstützung gedient. Durch die schwache Eröffnung notierte der Dax nun jedoch unterhalb dieser Marke. Aus einer ehemaligen Unterstützung war damit ein potenzieller Widerstand geworden. Genau diese Konstellation bildete die Grundlage für das erste Trading-Setup des Tages. Anstatt unmittelbar zur Xetra-Eröffnung um 9.00 Uhr eine Position einzugehen, galt es zunächst abzuwarten, ob sich der Index von unten wieder an diese Widerstandszone heranarbeiten würde.
Die Geduld zahlte sich aus. Nachdem der Dax zunächst weitere Tiefpunkte ausgebildet hatte, setzte eine Erholung ein. Um 9.11 Uhr wurde schließlich bei 25.764 Punkten eine Short-Position eröffnet. Der Einstieg erfolgte damit nahezu punktgenau an der zuvor definierten Widerstandszone und in Richtung des übergeordneten kurzfristigen Abwärtstrends. Bereits drei Minuten später lag die Position rund 19 Punkte im Gewinn. Der Markt reagierte zunächst wie erwartet und prallte von der Widerstandszone nach unten ab.
Allerdings verlief die anschließende Bewegung keineswegs geradlinig. Der Dax versuchte mehrfach, den Widerstand erneut zu überwinden. Gerade in solchen Marktphasen ist es wichtig, nicht allein auf den ersten positiven Impuls zu vertrauen, sondern die weitere Kursstruktur zu beobachten. Für den Short-Trade waren deshalb die darunterliegenden Unterstützungen und eine kurzfristige Trendlinie als mögliche Kursziele relevant. Nach der ersten Abwärtsbewegung konnte die verbleibende Position schließlich bei 25.721 Punkten geschlossen werden. Bezogen auf den ursprünglichen Einstieg entsprach dies einer Kursstrecke von 43 Punkten. Der tatsächliche Gesamtertrag hing dabei von den zuvor vorgenommenen Teilverkäufen ab.
Das Trading-Setup verdeutlichte einen wesentlichen Grundsatz der technischen Analyse: Nicht jede Erholung nach einem kräftigen Kursrückgang ist automatisch ein Kaufsignal. Entscheidend ist vielmehr, in welchem übergeordneten Trend sich der Markt bewegt und an welchen Kursmarken Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen. Im konkreten Fall war die ehemalige Unterstützung bei 25.760 Punkten zur Widerstandszone geworden. Der Rücklauf an diese Marke bot damit eine attraktive Gelegenheit, die bestehende Abwärtsbewegung für einen Short-Trade zu nutzen.
Im weiteren Handelsverlauf zeigte sich allerdings auch, wie schnell sich die technische Ausgangslage verändern kann. Nach dem ersten Rücksetzer stabilisierte sich der Dax an einer kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und erreichte anschließend sogar ein neues Tageshoch. Ein weiteres Verkaufssignal entstand erst, als der Index erneut vom Hoch zurückfiel und die Trendlinie unterschritt. Diese Bewegung führte jedoch nicht unmittelbar zu neuen Tagestiefs. Stattdessen gelang es den Käufern, den Markt wieder zu stabilisieren.
Damit verlor das ursprünglich klare Short-Szenario zunehmend an Überzeugungskraft. Im späteren Verlauf konnte sich der Dax oberhalb der zuvor umkämpften Zone etablieren. Die Marke von 25.760 Punkten rückte dadurch erneut in den Mittelpunkt, diesmal allerdings als mögliche Unterstützung für einen Long-Einstieg. Im Webinar wurde dieser Rücklauf als spekulative Kaufchance diskutiert. Tatsächlich erholte sich der Index aus dem Bereich um 25.760 Punkte anschließend bis knapp an 25.790 Punkte. Daraus ergab sich eine mögliche kurzfristige Handelsstrecke von rund 20 bis 30 Punkten.
Die nächste wichtige Zielzone lag bei etwa 25.900 Punkten. Dort hatte sich der Dax bereits am Vortag über längere Zeit seitwärts bewegt. Voraussetzung für eine Fortsetzung der Erholung war allerdings, dass die zurückeroberte Unterstützung um 25.760 Punkte verteidigt werden konnte. Ein erneuter Rückfall darunter hätte das Chartbild wieder eingetrübt und die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung erhöht.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgte die Entwicklung an der amerikanischen Technologiebörse. Der Nasdaq 100 hatte noch wenige Handelstage zuvor die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten erreicht, war anschließend jedoch kräftig unter Druck geraten. Mittlerweile stand sogar die Marke von 28.000 Punkten zur Diskussion. Besonders auffällig war, dass zuvor mehrfach getestete Unterstützungen letztlich nicht mehr gehalten hatten. Aus charttechnischer Sicht eröffnete dies weiteres Abwärtspotenzial bis in die Region der Tiefpunkte von Ende Juli.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor war die laufende US-Berichtssaison. Besonders der kräftige Kursrückgang bei Intel hatte die Nervosität im Technologiesektor verstärkt. Die Aktie verlor nach der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen zeitweise rund 30 Prozent an einem Handelstag. Dabei standen weniger die absoluten Geschäftszahlen als vielmehr die zuvor hohen Erwartungen und Bewertungen im Mittelpunkt. Nach einer starken Kursrally reagieren Anleger auf Enttäuschungen besonders empfindlich. Werden anschließend größere Positionen zur Risikobegrenzung verkauft, können sich die Abwärtsbewegungen zusätzlich beschleunigen.
Auch die Reaktionen auf die Quartalszahlen von Apple und Palantir zeigten, dass gute Geschäftszahlen allein derzeit nicht ausreichen, um weitere Kursgewinne auszulösen. Beide Aktien standen nachbörslich unter Druck. Mit den anstehenden Ergebnissen von AMD und Super Micro Computer sowie weiteren Unternehmen aus dem Halbleitersektor dürften die kommenden Handelstage deshalb wichtige Hinweise liefern, ob sich die jüngste Korrektur stabilisiert oder weiter ausweitet.
Diese Entwicklung ist auch für den Dax relevant. Während sich der deutsche Leitindex zuletzt zeitweise deutlich stärker als der Nasdaq 100 präsentierte, nahm der Verkaufsdruck an der Wall Street zunehmend Einfluss auf die europäischen Märkte. Gerade im kurzfristigen Handel lohnt es sich deshalb, die Bewegungen beider Indizes miteinander zu vergleichen. Eine Stabilisierung des Nasdaq 100 könnte dem Dax zusätzlichen Rückenwind geben. Setzt sich dagegen der Ausverkauf amerikanischer Technologieaktien fort, dürfte es auch für den deutschen Aktienmarkt schwieriger werden, seine jüngsten Kursgewinne zu verteidigen.
Hinzu kommt die politische Unsicherheit durch die amerikanischen Zwischenwahlen. Die sogenannten Midterms könnten die Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress verändern und damit auch die wirtschaftspolitischen Handlungsmöglichkeiten von Präsident Donald Trump beeinflussen. Für die Finanzmärkte sind insbesondere mögliche Veränderungen in der Steuer-, Handels- und Haushaltspolitik relevant. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Spannungen rund um den Iran und die Entwicklung des Ölpreises wichtige Risikofaktoren.
Vor diesem Hintergrund ist auch die häufig diskutierte Jahresendrally keineswegs garantiert. Zwar sprechen langfristige saisonale Muster oftmals für steigende Aktienkurse im November und Dezember. Die aktuelle Kombination aus hohen Bewertungen im Technologiesektor, geopolitischen Risiken, politischen Unsicherheiten und einer zunehmend nervösen Berichtssaison verlangt jedoch eine differenzierte Betrachtung. Entscheidend wird sein, ob die großen Aktienindizes ihre Unterstützungen verteidigen und die kommenden Quartalszahlen neue Kaufbereitschaft auslösen können.
Das heutige Dax-Livetrading zeigte, wie wichtig es ist, zwischen der übergeordneten Markteinschätzung und kurzfristigen Handelsmöglichkeiten zu unterscheiden. Der erfolgreiche Short-Einstieg bei 25.764 Punkten entstand aus einer klar definierten Widerstandszone und dem bestehenden Abwärtstrend. Der anschließende Rückgang bis 25.721 Punkte bestätigte zunächst das Szenario. Später veränderte sich die Marktstruktur jedoch und eröffnete oberhalb von 25.760 Punkten sogar eine spekulative Long-Chance. Im Nachgang an das Webinar zeigte sich, wie dynamisch sich dieser Einstieg dann noch entwickelte - es gab neue Tageshochs nach 11.00 Uhr!
Für die kommenden Handelstage bleiben damit vor allem die Marken bei 25.760 und 25.900 Punkten auf der Oberseite sowie die darunterliegenden Unterstützungen entscheidend. Gleichzeitig dürfte der Nasdaq 100 mit seiner umkämpften 28.000-Punkte-Marke wichtige Impulse liefern. Ob der Dax seine Erholung fortsetzen kann oder die jüngste Bewegung oberhalb von 26.000 Punkten lediglich ein Zwischenhoch darstellte, wird sich insbesondere im Zusammenspiel aus Charttechnik, US-Berichtssaison und den politischen Entwicklungen nach den Midterm-Wahlen zeigen.
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Dieser Artikel ist die persönliche Meinung des Autors. Er dient lediglich als Information. Diese Analysen dürfen nicht als Anlage- oder Vermögensberatung interpretiert werden. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente benötigt das Hintergrundwissen Ihrer persönlichen Situation, welche der Autor nicht kennt. Dieser Inhalt veraltet und wird nach Veröffentlichung nicht aktualisiert.
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