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15:36 Uhr, 27.10.2026

DAX überraschend stark – jetzt noch LONG vor der Fed?

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Der Dax bleibt auch zum Wochenstart von deutlichen Kursschwankungen und schnellen Richtungswechseln geprägt. Nachdem der deutsche Leitindex am Montag zunächst kräftig zulegen konnte und zeitweise die Marke von 25.500 Punkten erreichte, folgte am Dienstagmorgen bereits die nächste Korrektur. Die amerikanischen Aktienmärkte hatten den Wochenauftakt zwar mit Gewinnen abgeschlossen, doch die Futures auf den Nasdaq 100 gerieten in der europäischen Vorbörse erneut unter Druck. Damit stellte sich für das heutige Livetrading die Frage, ob sich die Schwäche im Dax fortsetzen oder eine erneute Erholung einsetzen würde.

Ein Blick auf die übergeordnete Charttechnik zeigt weiterhin eine schwierige Ausgangslage. Der Dax bewegt sich seit mehreren Wochen innerhalb einer größeren Handelsspanne, wobei Ausbrüche über kurzfristige Abwärtstrendlinien wiederholt abverkauft wurden. Selbst der zwischenzeitliche Anstieg über 25.700 Punkte führte bislang zu keinem nachhaltigen Trendwechsel. Gleichzeitig haben sich auf der Unterseite höhere Zwischentiefs ausgebildet, sodass sich die Handelsspanne zunehmend verengt. Ein größerer Ausbruch könnte damit näher rücken.

Aus saisonaler Sicht beginnt Ende Oktober häufig eine freundlichere Phase am Aktienmarkt. Historische Muster der vergangenen 30 Jahre zeigen, dass der Dax nach einer schwächeren Entwicklung im September und Oktober häufig zu einer Jahresendrally ansetzt. Eine Garantie für steigende Kurse ergibt sich daraus allerdings nicht. Gerade die zahlreichen geldpolitischen Entscheidungen und Unternehmenszahlen dieser Woche könnten darüber entscheiden, ob sich ein neuer Aufwärtstrend etabliert.

Im kurzfristigen Chartbild rückte am Dienstagmorgen zunächst die Unterstützungszone um 25.317 Punkte in den Mittelpunkt. Bereits am Vortag hatte dieser Bereich eine wichtige Rolle gespielt. Trotz der schwächeren vorbörslichen Indikationen gelang es dem Dax, sich dort erneut zu stabilisieren.

Entscheidend war dabei nicht allein die Entwicklung des deutschen Leitindex, sondern vor allem der Blick auf die amerikanischen Futures. Der Nasdaq 100 hatte in der Vorbörse zunächst einen Abwärtstrend ausgebildet. Rund um die europäische Handelseröffnung zeigte sich jedoch eine Stabilisierung. Nach einem ersten Aufwärtsimpuls blieb der Index oberhalb seines Ausbruchsniveaus und setzte die Erholung fort.

Diese Entwicklung lieferte ein wichtiges Signal für das Dax-Trading. Steigende Nasdaq-Futures wirken häufig unterstützend auf den deutschen Aktienmarkt, da sich internationale Anleger an der Entwicklung der amerikanischen Technologiewerte orientieren. Anstatt sich bereits vor Handelsbeginn auf eine bestimmte Richtung festzulegen, bot sich deshalb an, zunächst die tatsächliche Marktbewegung abzuwarten.

Aus der Stabilisierung bei 25.317 Punkten und dem positiven Signal des Nasdaq-Futures entwickelte sich ein konkretes Long-Szenario. Ein zusätzliches Kursziel ergab sich aus der noch geöffneten Kurslücke zum Schlusskurs des Vortages bei rund 25.410 Punkten.

Der Dax stieg zunächst bis in den Bereich von 25.402 bis 25.403 Punkten, ohne die Kurslücke vollständig zu schließen. Anschließend folgte ein Rücksetzer. Solange die positiven Vorgaben der amerikanischen Futures erhalten blieben, konnte diese Korrektur jedoch als weitere Einstiegsmöglichkeit in Richtung des noch ausstehenden Gap-Close betrachtet werden.

Besonders interessant waren dabei Rückläufe in den Bereich von 25.340 bis 25.350 Punkten. Mit einem Stopp unterhalb des bisherigen Tagestiefs und dem Kursziel auf der Oberseite ergab sich beispielhaft ein Chance-Risiko-Verhältnis von bis zu 4:1. Ein Einstieg unmittelbar unterhalb der Kurslücke hätte dagegen ein deutlich ungünstigeres Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und Verlustrisiko geboten.

Im weiteren Verlauf erreichte der Dax schließlich den Bereich um 25.410 Punkte. Damit wurde die Kurslücke zum offiziellen Xetra-Schlusskurs geschlossen.

Ein wichtiger Aspekt war dabei die korrekte Ermittlung des Schlusskurses. Während der letzte reguläre Kurs vor der Schlussauktion am Montag noch bei rund 25.439 Punkten gelegen hatte, wurde der offizielle Schlusskurs im Bereich von 25.410 Punkten festgestellt. Diese Differenz kann dazu führen, dass eine Kurslücke in manchen Chartdarstellungen optisch noch geöffnet erscheint, obwohl sie anhand des offiziellen Schlusskurses bereits geschlossen wurde.

Mit dem Erreichen des Gap-Close änderte sich die kurzfristige Ausgangslage. Die zuvor bestehende Aufwärtsbewegung verlor an Dynamik und der Dax fiel zeitweise unter seine ersten intraday ausgebildeten Hochpunkte zurück.

Ein solches Verhalten kann kurzfristig ein Korrektursignal liefern. Für die Entscheidung über einen möglichen Short-Trade ist jedoch auch das übergeordnete Marktumfeld entscheidend. Da sich die Nasdaq-Futures weiterhin stabil präsentierten, blieb eine größere Abwärtsbewegung zunächst weniger überzeugend. Kleinere Rücksetzer konnten zwar kurzfristige Handelsmöglichkeiten bieten, ein nachhaltiges Short-Szenario ließ sich daraus aber noch nicht ableiten.

Im Livetrading wurde deshalb auch ein möglicher erneuter Long-Einstieg im Bereich um 25.390 Punkte mit einem Stoppabstand von etwa 20 Punkten besprochen. Bei einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung hätten zunächst das Tageshoch und anschließend weitere Widerstände auf der Oberseite als Kursziele gedient. Spoiler: Kurz nach Webinar-Ende kam die Ausführung und brachte rund 30 Punkte Gewinn ein!

Ein weiterer Schwerpunkt des Webinars war die Frage, weshalb sich der Dax zeitweise deutlich stärker als der Nasdaq 100 entwickeln konnte. Hier spielen insbesondere die großen Einzelwerte im deutschen Leitindex eine wichtige Rolle.

SAP zeigte nach einer längeren Schwächephase zuletzt eine deutliche Erholung mit über 30 Prozent Aufschlag in den letzten 3 Monaten. Als eines der bedeutendsten Schwergewichte im Dax kann eine solche Kursentwicklung die Gesamtperformance des Index erheblich beeinflussen.

Auch Rheinmetall verzeichnete nach zwischenzeitlichen Rücksetzern wieder kräftige Kursgewinne. Die Entwicklung des Rüstungskonzerns bleibt eng mit den geopolitischen Erwartungen und der Diskussion über eine mögliche Beendigung des Ukraine-Krieges verbunden.

Daneben standen am Dienstag insbesondere Technologiewerte wie Infineon und Siemens Energy im Fokus. Ihre relative Stärke verdeutlichte, dass positive Impulse aus dem amerikanischen Technologiesektor auch einzelne Dax-Unternehmen unterstützen können.

Die kommenden Handelstage versprechen weitere Impulse. Am Mittwoch steht die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve an, gefolgt von der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Hinzu kommen zahlreiche Quartalszahlen bedeutender amerikanischer Technologieunternehmen, darunter Alphabet, Microsoft und Amazon.

Die Fed-Entscheidung verdient in dieser Woche besondere Aufmerksamkeit, da sich die Zinserwartungen zuletzt deutlich verändert haben. Gleichzeitig sorgt die unterschiedliche Umstellung auf Winterzeit in Europa und den USA für abweichende Handels- und Veröffentlichungstermine aus deutscher Sicht. Komm gern LIVE dazu.

Für den Dax bleibt die übergeordnete Ausgangslage damit spannend. Ein nachhaltiger Anstieg über die jüngsten Hochpunkte und insbesondere über 25.700 Punkte könnte die charttechnische Situation deutlich verbessern und die Grundlage für eine mögliche Jahresendrally schaffen. Auf der Unterseite bleiben dagegen die Unterstützungen um 25.317 Punkte und die jüngsten Zwischentiefs entscheidend.

Im heutigen Livetrading standen deshalb nicht starre Kursprognosen, sondern die tatsächlichen Marktbewegungen im Mittelpunkt. Die Kombination aus Unterstützungszonen, Kurslücken, der Entwicklung der Nasdaq-Futures und einem angemessenen Chance-Risiko-Verhältnis bildete die Grundlage für die besprochenen Handelsentscheidungen.

Mittwoch geht es 15.15 Uhr weiter mit Heiko im Traders Circle und dann am Abend mit der Fed-Sitzung (Sommerzeit USA) bereits ab 18.50 Uhr.

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