DAX startet im Plus – Anleiherenditen nähern sich der Schmerzgrenze
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Der Blick der Anleger richtet sich zunehmend auf das Zusammenspiel von Preisen und Konjunktur. Denn die Gefahr einer Stagflation lässt sich nicht länger ausblenden: Während die hohen Energiepreise den Inflationsdruck aufrechterhalten, zeigen sich beim Konsum erste Bremsspuren.
Gleichzeitig steigen mit den Inflationssorgen die Anleiherenditen weiter. Damit nähern sie sich einem Niveau, bei dem bei vielen Investoren die Schmerzgrenze erreicht sein könnte. Renditen von mehr als fünf Prozent bei zehnjährigen Staatsanleihen werden für Aktien zu einer echten Konkurrenz. Je attraktiver der risikofreie Zins wird, desto stärker müssen Aktien mit hohem Umsatz- und Gewinnwachstum Argumente für ihre höheren Bewertungen liefern.
Entsprechend groß ist heute das Interesse an den Konjunktur- und Preisdaten aus Deutschland und den USA. Den Auftakt machten die deutschen Einzelhandelsumsätze, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Bereits die gestrigen US-Daten zeichneten ein ähnliches Bild. Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise scheinen zunehmend auf die Kaufkraft und damit auf die Konsumlaune durchzuschlagen.
Gleichzeitig bleibt der Preisdruck hoch. Die deutschen Importpreise sind sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich stärker gestiegen als erwartet. Genau diese Kombination macht die Anleger nervös: Der Konsum verliert an Schwung, während der Inflationsdruck nicht im gleichen Tempo nachlässt. Aus Inflationsangst wird damit zunehmend Stagflationsangst.
Nun richtet sich der Blick auf die entsprechenden Daten aus den USA. Insbesondere der viel beachtete PCE-Deflator dürfte darüber entscheiden, ob der Druck auf die Anleiherenditen weiter zunimmt. Für die Aktienmärkte geht es heute deshalb weniger darum, ob die Konjunkturdaten gut oder schlecht ausfallen, sondern darum, welche Reaktion sie am Anleihemarkt auslösen.
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