DAX rutscht weiter ab – Micron-Zahlen nach US-Börsenschluss
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Die Anleger in Frankfurt hängen derzeit zwischen Baum und Borke und der DAX dementsprechend in den Seilen. Einerseits hofft der Markt auf eine Deeskalation im Nahen Osten und damit sinkende Energiepreise, andererseits sorgen weiter hohe Anleiherenditen und die Frage nach einer Fortsetzung des KI-Booms für Zurückhaltung.
Die hohen Energiepreise haben zuletzt bereits Spuren bei der Stimmung der Verbraucher hinterlassen und schüren damit Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung in Europa und den USA. Gleichzeitig bleibt die KI-Story ein wichtiger Stützpfeiler für die Aktienmärkte. Entsprechend große Aufmerksamkeit dürften heute die Quartalszahlen von Micron erhalten. Sie müssen zeigen, ob der KI-Boom inzwischen auch weiterhin ausreichend im operativen Geschäft der Halbleiterunternehmen ankommt. Enttäuscht Micron, könnte aus der zuletzt gewachsenen Skepsis gegenüber dem KI-Sektor schnell wieder Verkaufsdruck werden.
Der dritte Belastungsfaktor bleiben die hohen Anleiherenditen. Sie verteuern nicht nur die Finanzierung für Unternehmen und Staaten, sondern machen Anleihen gleichzeitig zu einer immer attraktiveren Alternative zu Aktien. Je höher die Renditen steigen, desto größer wird die Rechtfertigungslast für die hohen Bewertungen am Aktienmarkt. Das dürfte vorerst wie ein Deckel auf den Kursen liegen und eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erschweren.
Dabei spielten die heute veröffentlichten US-Konjunkturdaten in ihrer Kombination fast ein Wunschkonzert für die Aktienmärkte. Der Arbeitsmarkt bleibt robust, die Wirtschaft wächst stärker als erwartet und gleichzeitig fällt der Inflationsdruck geringer aus als befürchtet.
Die ADP-Daten zeigen weiterhin einen stabilen US‑Arbeitsmarkt. Noch deutlicher fällt die positive Überraschung beim Bruttoinlandsprodukt aus. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal annualisiert um 2,2 Prozent gewachsen und damit deutlich stärker als die erwarteten 1,5 Prozent. Vor allem der Konsum und die Unternehmensinvestitionen erwiesen sich als Wachstumstreiber, wobei insbesondere die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielten.
Die für die Börsen wichtigste Nachricht kommt allerdings von der Inflation. Die PCE-Inflationsrate lag mit 3,4 Prozent unter den erwarteten 3,7 Prozent, während die Kernrate lediglich 3,0 statt der prognostizierten 3,3 Prozent erreichte. Damit bekommt die US-Notenbank genau die Argumente geliefert, die sie braucht, um bei ihrer nächsten Sitzung zunächst die Füße stillhalten zu können.
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