DAX ringt mit 25 000 Punkten – Der Markt sucht den neuen Normalzins
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Die Anleger blicken weiterhin mit Sorge auf die Anleihemärkte in Europa und den USA. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Frage, wie hoch die Renditen kurzfristig noch steigen können. Der Finanzmarkt beginnt vielmehr, ein neues langfristiges Normalniveau für Zinsen einzupreisen.
In Europa rücken dabei die Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten wieder stärker in den Fokus. Insbesondere französische Staatsanleihen stehen unter Druck. Auch in den USA schlagen die hohen Renditen unmittelbar auf die Finanzierungskosten von Unternehmen und Verbrauchern durch. Hohe Energiepreise, Inflationssorgen, steigende Leitzinsen und enorme Staatsschulden bilden derzeit eine schwierige Mischung für die Anleihemärkte. Das Entscheidende ist dabei der Gewöhnungseffekt: Nicht unbedingt das aktuelle Zinsniveau ist historisch außergewöhnlich, sondern die extrem niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre waren es. Diese neue Realität müssen Staaten, Unternehmen und Anleger erst wieder verinnerlichen.
Aus Asien kommen ebenfalls vorsichtige Vorgaben. In Japan sorgen stärker als erwartet gestiegene Verbraucherpreise im Großraum Tokio für zusätzlichen Zinsdruck, während der Aktienmarkt in Hongkong nach der Feiertagspause die vorherigen Kursverluste an der Wall Street nachholt.
Vor dem Wochenende spricht damit einiges für einen zurückhaltenden Handel. Neben den Entwicklungen im Nahen Osten und den daraus resultierenden Störungen der Energieversorgung richtet sich der Blick vor allem auf die US‑Arbeitsmarktdaten. Sie könnten über den Anleihemarkt unmittelbar auf die Aktienkurse durchschlagen. Starke Daten wären zwar ein Zeichen für eine robuste Konjunktur, könnten aber gleichzeitig die Renditen erneut nach oben treiben.
Für den DAX bleibt die Marke von 25 000 Punkten zum Wochenschluss der zentrale Orientierungspunkt. Die heutige Handelsspanne aus technischer Sicht dürfte zunächst zwischen 24 850 und 25 150 Punkten liegen.
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