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16:54 Uhr, 19.10.2026

DAX muss Federn lassen – Krisenherde, wohin man schaut

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Während sich die deutschen Standardwerte in den vergangenen Handelstagen noch vergleichsweise robust gegenüber dem Ausverkauf im US-Technologiesektor gezeigt hatten, ist diese relative Stärke heute ins Wanken geraten.

Sorgen bereiten Hinweise auf mögliche Einschränkungen des US-Flugverkehrs über dem Nahen Osten, die Spekulationen über eine weitere militärische Eskalation im Iran nähren. Gleichzeitig wird in Washington über eine Lockerung der Beschränkungen für russische Öltanker nachgedacht. Damit geraten zwei ohnehin hochbrisante Konflikte auch wirtschaftlich zunehmend in Wechselwirkung. Die Energiepreise werden immer stärker zum Bindeglied geopolitischer Risiken und zu einem entscheidenden Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte.

Hinzu kommen die angespannten Entwicklungen in Frankreich und Indonesien. Erinnerungen an die Asienkrise von 1997 und die europäische Schuldenkrise von 2011 werden wach. Noch ist die Situation mit diesen historischen Verwerfungen nicht vergleichbar, doch die wachsende Zahl gleichzeitiger Krisenherde erhöht die Gefahr von Ansteckungseffekten. Für die Anleger wird es zunehmend schwieriger, die Risiken einzelner Regionen und Anlageklassen voneinander zu trennen.

In einem solchen Umfeld schwindet die Bereitschaft, hohe Bewertungen insbesondere im Technologiesektor zu akzeptieren. Die Gefahr einer breiteren Neubewertung an den Aktienmärkten und größerer Umschichtungen zwischen den Anlageklassen wächst. Noch bilden die überwiegend soliden Unternehmensgewinne ein wichtiges Gegengewicht zu den geopolitischen und inflationären Risiken.

Die Börsen stehen damit vor einer Bewährungsprobe. Solange die Unternehmensgewinne überzeugen und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerät, bleibt das Marktgefüge einigermaßen stabil. Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden. Die größte Gefahr für die Aktienmärkte ist derzeit nicht ein einzelner Krisenherd, sondern das gleichzeitige Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren.

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