DAX mit herben Verlusten nach US-Militärschlag auf Iran
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DJ XETRA-SCHLUSS/DAX mit herben Verlusten nach US-Militärschlag auf Iran
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat mit starken Abgaben auf den US-israelischen Militärschlag auf den Iran reagiert. Der Angriff könnte sich über mehrere Wochen hinziehen. Geht es nach DWS-CIO Vincenzo Vedd, dürften sich die Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte vor allem über die Entwicklung des Ölpreises entfalten, der maßgeblich davon abhänge, welche Einschränkungen der Konflikt für die iranische Ölproduktion sowie für die Handelsströme durch die Straße von Hormus mit sich bringe. Bis Börsenschluss ging es mit dem Ölpreis um rund 7 Prozent nach oben, zeitweise hatte er deutlich höher notiert. Der DAX verlor 2,4 Prozent auf 24.672 Punkte und schloss damit kaum erholt von Tagestief bei 24.577.
Die europäischen Erdgaspreise könnten sich nach Einschätzung von Analysten bei Goldman Sachs beinahe verdoppeln, falls die Lieferungen durch die Straße von Hormus für einen Monat vollständig gestoppt würden. In einem solchen Szenario würde die Kapazität der nordwesteuropäischen Gasspeicher um rund 8 Prozent sinken, was die TTF-Preise von derzeit rund 39 Euro auf etwa 62 Euro je Megawattstunde treiben würde. Der Dollar profitierte, der Euro fiel auf 1,1682 Dollar zurück. Gold war gesucht, wenngleich das Edelmetall von den Tageshochs deutlich zurückkam.
Alles in allem sprachen Marktteilnehmer von einer geordneten Risikoscheu unter Investoren mit Blick auf die Entwicklung im Nahen Osten - ein chaotischer Abverkauf quer durch alle Assetklassen und Notverkäufe infolge von Margin Calls habe zumindest bisher nicht stattgefunden.
Defensive Branchen wie Versorger und Rüstung hielten sich besser als Banken oder Chemie. Vor allem Aktien aus der Reisebranche gerieten unter Druck. Der Touristikkonzern Tui (-9,9%) hat nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran Reisen in die Region storniert oder abgesagt. Für das Lufthansa-Papier ging es 5,2 Prozent nach unten. BASF gaben 2,8 Prozent nach. Deutsche Bank büßten 3,5 Prozent ein und Commerzbank 3,9 Prozent.
Die Aktien der Rüstungsindustrie profitierten zum Teil von einer verschärften sicherheitspolitischen Lage, unter anderem stiegen Hensoldt 4,9 Prozent. Versorger hielten sich besser: Für Eon ging es 1,2 Prozent nach unten, RWE gewannen sogar 0,7 Prozent.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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