DAX macht die Rolle rückwärts – Lösung des Nahost-Konflikts nicht in Sicht
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Am Freitag noch in Erwartung einer zeitnahen Lösung des Konflikts im Nahen Osten angesprungen, muss der DAX zum Start in die neue Handelswoche wieder deutlich Federn lassen. Die Anleger müssen sich daran gewöhnen, dass die Halbwertszeiten der Aussagen des US-Präsidenten mit Bezug auf den Krieg im Iran immer kürzer werden. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn sich die Situation im Nahen Osten wie am Freitagnachmittag angekündigt, tatsächlich weiter beruhigt hätte.
Doch schon am Samstag, mit der erneuten Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, eskalierte die Situation wieder. Die Ölpreise sprangen an, weshalb auch die Aktienmärkte in Asien die jüngsten Entwicklungen mit Kursverlusten quittierten. Die steigenden Energiekosten sind gerade für die Konjunkturentwicklung in Europa und Asien weiter ein Bremsklotz und werden zu einem nachhaltigen Problem. Es ist und bleibt einfach zu früh, um Entwarnung in dieser Causa geben zu können.
Die Kursreaktion des DAX auf die Ereignisse fällt überraschend gedämpft aus. Die Investoren scheinen sich langsam an die Situation zu gewöhnen und setzen weiter auf eine baldige Lösung des Konflikts. Entweder militärisch oder auf dem diplomatischen Weg. Ob sich dies jedoch tatsächlich so ereignen wird, muss noch bezweifelt werden. Der Iran stellt für die USA und Israel eine vollkommen andere Art von Gegner dar als gedacht.
Die europäischen Länder sitzen in der aktuellen geopolitischen Situation weiterhin zwischen allen Stühlen und haben sich in den vergangenen Jahren politisch selbst ins Aus geschossen. Nun müssen die Konsumenten in Europa die politischen Fehler durch hohe Energiepreise und erschwerte konjunkturelle Bedingungen hinnehmen. Die Erzeugerpreise aus Deutschland zeigen erneut die hohe Abhängigkeit auf. So stiegen die Preise im März auf Monatsbasis um 2,5 Prozent an und lagen deutlich über den erwarteten 1,4 Prozent. Auch auf Jahressicht ist der Preisrückgang verlangsamt worden: Statt der erwarteten 1,4 Prozent lag das Minus nur bei 0,2 Prozent.
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