DAX macht Boden gut – Gegenwind von Ölpreisen und Renditen lässt etwas nach
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Die Anleger in Frankfurt setzen weiterhin auf eine nachhaltige Deeskalation des Krieges im Nahen Osten. Ihre Hoffnung spiegelt sich im Ölpreis wider und die Sorte Brent nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Der Schmerzbereich ist damit zwar noch nicht verlassen, die Richtung stimmt aus Sicht der Aktienmärkte aber wieder. Für Inflation und Geldpolitik sind ohnehin weniger kurzfristige Preisspitzen als vielmehr dauerhaft hohe Energiepreise entscheidend. Je schneller und nachhaltiger sich Brent wieder unter 100 Dollar bewegt, desto geringer wird der Druck auf Inflation, Notenbanken und Anleihemärkte.
Auch von den Renditen kam heute zumindest kein zusätzlicher Gegenwind. Die jüngste Aufwärtsbewegung setzt sich zunächst nicht fort und verschafft den Aktienmärkten damit etwas Luft. Aus steigenden Energiepreisen, hohen Anleiherenditen und ambitionierten Aktienbewertungen hat sich in den vergangenen Wochen eine explosive Mischung zusammengebraut. Heute brennt die Lunte zumindest etwas langsamer.
Zusammengehalten wird dieses fragile Marktgefüge weiterhin von der Hoffnung auf ein anhaltendes Wachstum im KI‑Sektor. Solange die Anleger an die langfristigen Ertrags- und Wachstumsperspektiven der Branche glauben, bleiben die hohen Bewertungen verkraftbar. Ein echter Glaubensbruch bei der KI-Story könnte dagegen zum Auslöser einer größeren Korrektur werden.
Von der europäischen Konjunkturseite kamen heute gemischte Signale. Das Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen, während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen zurückbleibt. Unter dem Strich reicht das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben zu halten. Die Konjunktur liefert derzeit noch keine überzeugende Wachstumsstory, aber zumindest genügend Argumente, um die Erholungsthese nicht wieder zu verwerfen.
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