DAX legt weiter zu – Unternehmen spüren Kaufzurückhaltung
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Auch am zweiten Tag der Woche kann der DAX zulegen und damit seinen kurzfristigen Aufwärtstrend fortsetzen. Es scheint so, als würden sich die Anleger in Frankfurt zunehmend mit den anhaltend hohen Energiepreisen arrangieren und gleichzeitig die Grenzen der geldpolitischen Möglichkeiten erkennen. Weitere Zinserhöhungen könnten zwar die Nachfrage dämpfen, würden aber nichts an den eigentlichen Ursachen des Preisdrucks ändern. Weder lässt sich der Krieg im Nahen Osten mit höheren Leitzinsen beenden, noch können die Notenbanken dadurch das Energieangebot vergrößern. Im Gegenteil: Eine zusätzliche geldpolitische Straffung würde die ohnehin fragile Konjunktur weiter belasten.
Derweil lieferten die jüngsten Quartalszahlen großer Konsumgüterkonzerne wenig Anlass zur Zuversicht. Die Ergebnisse von Nestlé, Reckitt und Beiersdorf zeigen, dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anpassen. Vor allem die Markenhersteller bekommen die wachsende Preissensibilität ihrer Kunden zu spüren. Dabei beschränkt sich die Konsumzurückhaltung längst nicht mehr auf das klassische Massengeschäft. Auch im Luxussegment haben die jüngsten Ergebnisse von Hermès und Louis Vuitton gezeigt, dass selbst zahlungskräftige Kunden vorsichtiger werden. Für die Unternehmen wird es damit schwieriger, steigende Kosten weiterzugeben, ohne gleichzeitig Absatz und Marktanteile zu gefährden.
Die jüngsten US-Konjunkturdaten unterstreichen dieses Dilemma. Sowohl die schwächer als erwartet ausgefallenen ADP-Arbeitsmarktdaten als auch die enttäuschenden Auftragseingänge der Industrie deuten auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hin. Gleichzeitig zeigen sich die Einzelhandelsumsätze weiterhin robust, während der Case-Shiller-Hauspreisindex für August eine leichte Erholung am Immobilienmarkt signalisiert. Die US-Wirtschaft sendet damit widersprüchliche Signale, die den Notenbankern ihre Entscheidungen nicht leichter machen.
Morgen beginnt mit eben jenen anstehenden Notenbanksitzungen und den Quartalszahlen von Alphabet, Amazon und Microsoft die entscheidende Phase. Bis dahin dürfte die Volatilität zunächst weiter zurückgehen und der Handel in engen Kursbahnen verlaufen. Diese Ruhe sollte allerdings nicht mit Entspannung verwechselt werden. Wenn Geldpolitik, Konjunkturdaten und die Geschäftszahlen der größten Technologiekonzerne nahezu gleichzeitig aufeinandertreffen, können Anleger schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden.
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