DAX in Wartestellung – Heute müssen Fed und KI-Giganten liefern
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Der DAX wird zur heutigen Handelseröffnung bei rund 25 530 Punkten erwartet. Rückenwind kommt aus Asien, wo die überzeugenden Quartalszahlen des Halbleiterherstellers SK Hynix für kräftige Kursgewinne im Technologiesektor sorgten und den südkoreanischen KOSPI deutlich nach oben trieben. Auch der erfolgreiche Börsenstart des indischen Technologiekonzerns Jio stärkt die Zuversicht der Anleger. Die Hoffnung wächst, dass der zuletzt angezweifelte KI-Boom doch noch genügend Wachstumskraft besitzt, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen.
Positive Impulse kommen auch aus der europäischen Berichtssaison. Die Ergebnisse von Deutscher Bank, BASF und BNP Paribas stützen die Stimmung. Insbesondere die Banken profitieren weiterhin von einem vergleichsweise günstigen Geschäftsumfeld und signalisieren bislang keine größeren Belastungen durch Kreditausfälle. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass die schwächere Konjunktur bislang nicht in vollem Umfang auf den Finanzsektor durchschlägt.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht den Aktienmärkten allerdings erst am Abend bevor. Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den anschließenden Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft treffen gleich zwei entscheidende Einflussfaktoren aufeinander. Zwar wird keine Veränderung der Leitzinsen erwartet, doch die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Energiepreise dürften die Fed zu einer vorsichtigen, möglicherweise restriktiveren Kommunikation veranlassen. Die Anleger werden deshalb jedes Wort von Fed-Chef Kevin Warsh auf die Goldwaage legen. Entscheidend ist nicht, was die Fed heute tut, sondern welche Zinsperspektive sie für die kommenden Monate eröffnet.
Bei Alphabet und Microsoft richtet sich der Blick primär auf das Verhältnis zwischen den gewaltigen Investitionen in KI-Infrastruktur und der Entwicklung der freien Cashflows. Die Zweifel an der langfristigen Finanzierbarkeit des KI-Booms haben zuletzt erheblich zugenommen. Jetzt müssen die Technologiekonzerne beweisen, dass ihre milliardenschweren Investitionen nicht nur Wachstum versprechen, sondern auch ausreichend finanzielle Mittel erwirtschaften. Die Anleger wollen nicht länger allein von der Zukunft künstlicher Intelligenz überzeugt werden, sondern zunehmend auch von ihrer Rentabilität.
Die Ausgangslage für den DAX ist damit zunächst freundlich, doch der heutige Handelstag birgt erhebliches Überraschungspotenzial. Gute Unternehmenszahlen können die Stimmung weiter verbessern, während eine restriktivere Fed oder enttäuschende KI-Ausblicke die jüngste Erholung schnell wieder infrage stellen könnten. Für den deutschen Leitindex zeichnet sich eine Handelsspanne zwischen 25 300 und 25 650 Punkten ab.
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