Kommentar
17:09 Uhr, 20.04.2026

DAX grenzt Verluste ein – Schnell war die Freitagshoffnung wieder weg

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Vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Lage in Nahost und der steigenden Energiepreise hielten sich die Verluste im DAX heute in Grenzen. Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt. Je länger sich die Ölpreise auf dem hohen Niveau halten, desto größer werden die Auswirkungen auf die Teuerungsrate und das Konsumverhalten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Barrel Öl über oder unter 100 US-Dollar kostet, als vielmehr auf den Trend und die Verweildauer des Preises auf dem erhöhten Niveau.

Die USA haben über das Wochenende ein Schiff gekapert, das einen iranischen Hafen verlassen hatte, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hat. Mit jedem weiteren Abbruch der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien schwindet die Motivation für neue Ansätze und mit ihr auch die Motivation der Anleger für Aktienkäufe. Die Waffenruhe ist de facto nur auf dem Papier vorhanden und die vielen kleinen Brandherde in der Region und dem Iran lassen sich kaum vollständig kontrollieren und löschen.

Die Situation bleibt somit verworren und kaum berechenbar. Doch die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind schon jetzt spürbar. Allein die zerstörte Infrastruktur benötigt Jahre, um wiederhergestellt werden zu können. Die steigenden Energiekosten dürften sich in den kommenden Monaten insbesondere bei den Lebensmittelpreisen bemerkbar machen. Durch Zweit- und Drittrundeneffekte kann dies über höhere Löhne und Gehälter zu einer steigenden Inflation führen. Da benötigen Investoren heute schon eine gehörige Portion Optimismus, um den Kauf von Aktien europäischer Unternehmen rechtfertigen zu können.

Die kommenden Wochen dürften volatil bleiben und viele Überraschungen parat halten. In Kombination mit der laufenden Berichtssaison kann schnell eine explosive Mischung für die Finanzmärkte entstehen.

Im DAX gehörte heute die Commerzbank zu den wenigen Gewinnern, nachdem sich das Übernahmethema durch die Unicredit erneut aufgetan hat. Das italienische Bankhaus hat nachgelegt und weitere Details zur geplanten Übernahme der Commerzbank bekannt gegeben.

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