Analyse

DAX - Die 3 Flops des ersten Halbjahres im Check

Während der DAX im ersten Halbjahr in etwa sein langfristiges Anstiegspotenzial abrief, gerieten einige Einzeltitel deutlich unter Druck. GodmodeTrader hat die Aktien von SAP, Adidas und Deutsche Bank analysiert und verrät, ob und wann sich im langfristigen Kontext ein Einstieg lohnen könnte.

Erwähnte Instrumente

  • Deutsche Bank AG - WKN: 514000 - ISIN: DE0005140008 - Kurs: 25,75 € (XETRA)
  • SAP SE - WKN: 716460 - ISIN: DE0007164600 - Kurs: 56,81 € (XETRA)
  • adidas AG - WKN: A1EWWW - ISIN: DE000A1EWWW0 - Kurs: 73,69 € (XETRA)
  • DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 9.921,24 Punkte (XETRA)

Das erste Halbjahr ist vorbei und mit einem Zugewinn von rund 3% hat der DAX sein langfristiges Mittel eines jährlichen Zuwachses von 7 bis 8% nahezu erreicht. Allerdings gab es natürlich auch wieder zahlreiche positive wie negative Überraschungen bei den Einzelwerten. GodmodeTrader startet eine Serie mit Analysen der 3 schlechtesten DAX-Titel in diesem Jahr. Zwei dieser Titel verloren sogar gegen den Markttrend deutlich zweistellig an Wert. Stichtag für die Bewertung waren die Schlusskurse vom 1. Juli. Ein Hinweis: Die Performance seit Jahresanfang finden Sie in den Indexkomponentenlisten in der Spalte YTD (englisch für Year-to-date).

Die Kernfrage bei den Analysen lautet: Wo könnte die bisherige Talfahrt der Aktien stoppen?

Mit einem Minus von knapp 9% ist die Aktie von SAP der drittschlechteste Wert im DAX im ersten Halbjahr. Für Anleger, die die Aktie schon länger beobachten, kommt die Underperformance des DAX-Wertes nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Aktie nicht im Ansatz mit dem DAX mithalten sondern konsolidierte seitwärts. Knackpunkt war aus technischer Sicht der Bruch eines langfristigen Aufwärtstrendkanals im Mai 2013. Dieser leitete die seither laufende Schwächephase ein. Auch wenn die Kursentwicklung die Nerven der Aktionäre arg strapaziert, ist sie als wohlverdiente Verschnaufpause auf die großen Kursgewinne der Jahre 2008 bis 2013 zu sehen. Im Wochenchart spitzt sich das Kursgeschehen zu, die Aktie versucht, den EMA50 auf Wochenbasis zurückzuerobern. Kann sie sich über 57,00 Euro etablieren, könnte eine Erholung auf 59,35 Euro starten. Mehr Kurspotenzial würde erst ein Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends seit dem Hoch bei 65,00 Euro mit sich bringen.

Unterhalb der eingezeichneten Aufwärtstrendlinie bei rund 55,00 Euro dürfte die Aktie ihre Konsolidierung indes weiter ausdehnen und sich in Richtung des Vorjahrestiefs bei 51,87 Euro aufmachen. Da dort im Laufe des Jahres auch der EMA200 auf Wochenbasis auftreffen wird, wäre auf diesem Kursniveau eine ideale langfristige Einstiegsgelegenheit gegeben. Die seit dem Jahr 2013 laufende Korrektur könnte mit einem zweiten Standbein anschließend zur Oberseite aufgelöst werden (siehe gestrichelter Pfeil).

Fazit: Wenngleich die SAP-Aktie seit über einem Jahr schwächelt, könnte diese mittelfristige Verschnaufpause in diesem Jahr beendet werden. Die 52,00-Euro-Marke bietet sich für Abstauberlimits an. Prozyklisch hellt sich das Bild erst über 59,35 Euro auf.

Deutlich schlechter mit einem Minus von über 20% steht zum Halbjahr die Aktie von Adidas da. Die Kursschwäche dürfte für viele Anleger überraschend kommen, ist die Aktie im langfristigen Kontext doch einer der DAX-Überflieger überhaupt. 2009 stand sie noch bei unter 25,00 Euro, Ende des vergangenen Jahres war sie schon knapp an der 100-Euro-Marke dran. Dreistellige Kurse bleiben dem Titel aber bislang verwehrt.

Im Februar dieses Jahres unterschritt die Adidas-Aktie den langfristigen Aufwärtstrend und signalisiert damit zumindest eine Trendabschwächung. Mit dem Bruch des EMA50 auf Wochenbasis mündete diese Auszeit in eine Korrektur, die bis dato anhält. Um die 73,00-Euro-Marke versuchen sich die Bullen derzeit an einer Stabilisierung. Noch fehlt es in den Wochenkerzen aber für eine Bestätigung eines möglichen Bodens. Fällt die Aktie unter 72,00 Euro, dürfte sie bis zum EMA200 auf Wochenbasis bei 67,00 Euro durchgereicht werden. Spätestens dort wäre aber eine exzellente Chance auf eine langfristige Wiederaufnahme der Auswärtsbewegung gegeben. Kommt es indes bereits auf dem aktuellen Kursniveau zu einer Stabilisierung, wäre ein Erholungsziel bei 79,80 Euro zu nennen. Eine Rückeroberung dieser Marke könnte einen mittelfristigen Boden abschließen, der mit Durchgangsstationen bei 85,70 und 88,50 Euro wieder den Anfang einer Rally an die alten Hochs bei 93,22 Euro bedeuten könnte. Noch ist der Abwärtstrend bei dem gerade bei US-Investoren sehr beliebten Wert aber intakt.

Fazit: Auf dem aktuellen Kursniveau besitzt der Wert die Möglichkeit, eine Wende einzuleiten. Abstauberlimits können indes bei 67,00 Euro platziert werden. Das dortige Chance-Risiko-Verhältnis wäre exzellent. Anleger, die auf Nummer sicher gehen wollen, warten Kurse über 80,00 Euro ab. In diesem Fall wäre ein mittelfristiger Boden abgeschlossen.

Dicht hinter der Adidas-Aktie befindet sich in diesem Jahr die Aktie der Deutschen Bank mit einem Minus von über 23%. Noch stark in das Jahr gestartet mit einem Test der langfristig wichtigen 40,00-Euro-Marke, kennt der Wert seit Mitte Januar nur eine Richtung: nach unten. Der Grund ist schnell gefunden. So platzierte die Deutsche Bank im Juni eine große Kapitalerhöhung über 8,5 Mrd. € mit einem Bezugskurs für die neuen Aktien von 22,50 Euro. Diese massive Kursverwässerung verschärfte die Abwärtsbewegung zusehends und führte zu einer Aufgabe des markanten Tiefs bei 29,40 Euro.

Aus technischer Sicht ist eine Ende der Talfahrt nicht abzusehen. Ein potenzielles Zwischenziel notiert bei 24,80 Euro. Vergegenwärtigt man sich die Tatsache, dass die neuen Aktien aber zu 22,50 Euro herausgegeben wurden, könnte die Abwärtsbewegung durchaus noch auf 22,10 oder 20,78 Euro anhalten. Denn in den meisten Fällten sehen Aktien nach einer Kapitalerhöhung die Kursniveaus des Bezugskurses in der Folge wieder. Zwischen 22,00 und 21,00 Euro wäre folglich eine langfristige Bodenbildung denkbar. Ob Anleger sich das antun und einen der Underperformer schlechthin der vergangenen Jahre gerade gegen Ende einer mehrjährigen Hausse in das Depot holen wollen, müssen sie selbst entscheiden. Zur Verdeutlichung: Die Aktie stand im Jahr 2007 bei über 100,00 Euro und fällt bis auf eine Zwischenrally im Jahr 2009 durchweg. Aus Trendfolgesicht wäre erst eine Rückeroberung der 30,00-Euro-Marke ein erstes positives Zeichen.

Deutsche Bank Wochenchart
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Fazit: Die Aktie der Deutschen Bank fällt wie ein Stein und ist aus technischer Sicht im langfristigen Bild erst bei Kursen zwischen 22,00 und 21,00 Euro interessant. Da der Bezugskurs der neuen Aktien bei 22,50 Euro liegt, bieten sich Abstauberlimits erst nach einer weiteren Abwärtswelle im dortigen Kursbereich an. Für Trendfolger ist der Wert indes allenfalls als ein Short zu gebrauchen.

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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: adidas AG (long)

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3 / 3 Kommentare

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  • Bastian Galuschka
    Bastian Galuschka Stv. Chefredakteur

    Vielen Dank für Ihr Feedback! Wir werden die Serie weiterführen...

    20:36 Uhr, 02.07.2014
  • Bastian Galuschka
    Bastian Galuschka Stv. Chefredakteur

    Wenn Sie im GodmodeTrader in der Suche oben links den jeweiligen Index eingeben, zum Beispiel den TecDAX, finden Sie unter dem Reiter "Komponenten" sämtliche Performancedaten. In der Spalte "YTD" steht die Performance seit Jahresanfang, nach der Sie absteigend oder ansteigend ordnen können.

    http://www.godmode-trader.de/indizes/tecdax-kurs,1...

    Den Link für den DAX habe ich bei der Analyse eingangs erwähnt.

    20:35 Uhr, 02.07.2014
  • Neomi
    Neomi

    Danke für die gute Analyse.

    Gibt es irgendwo im Netz einen entsprechenden Link um die Tops und Flops auf Jahressicht in den jeweiligen Indizes herauszufiltern?

    20:03 Uhr, 02.07.2014

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Über den Experten

Bastian Galuschka
Bastian Galuschka
Stv. Chefredakteur

Bastian Galuschka ist seit über 20 Jahren an der Börse aktiv. Er entdeckte bereits zu Schulzeiten seine Leidenschaft für die Börse. Über fünf Jahre lang war der Diplom-Volkswirt als Redakteur bei einem bekannten Anlegermagazin tätig und verantwortete dort den Bereich Charttechnik. Seit März 2013 verstärkt er die Redaktion der stock3 AG. Bastian Galuschka kombiniert bei seinen Analysen gerne Fundamentaldaten mit charttechnischen Aspekten. Gerade im Smallcapbereich hat sich der Analyst über viele Jahre ein fundiertes Wissen aufgebaut. Seit Juni 2016 ist Galuschka Stellvertretender Chefredakteur von stock3.

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