Darüber spricht der Markt: Wer zahlt die Rechnung für den KI-Ausbau?
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Makro: Moderate Fed-Töne treffen auf hohe Inflation
In der Zinsdebatte passen Worte und Daten nicht zusammen. Die Optimisten am Aktienmarkt verweisen auf die moderaten Töne der Fed-Vertreter Jefferson und Williams. Deren Äußerungen haben die Erwartung einer Zinserhöhung im Oktober deutlich gedämpft. Die Hoffnung reicht weiter: Ebben die Konflikte um Iran und zwischen Russland und der Ukraine ab, könnten Energiepreise und Inflation sinken und Zinssenkungen möglich werden. Unter diesen Voraussetzungen erwarten sie für 2027 ein sehr starkes Börsenjahr.
Skeptiker verweisen dagegen auf die Zahlen zu Verbraucher-, Erzeuger- und Importpreisen aus der Vorwoche. Sie zeigen hohen Inflationsdruck und passen schlecht zu den beschwichtigenden Worten aus der Notenbank. Hinzu kommt die grundsätzliche Sorge, dass die hohen Staatsschulden am Ende über steigende Inflation und finanzielle Repression bedient werden.
Sektoren: Wird Kapital zum Engpass des KI-Ausbaus?
Bei der KI-Infrastruktur rückt neben der Nachfrage zunehmend die Finanzierung des Ausbaus in den Mittelpunkt. Die Optimisten berufen sich auf Nvidia. Der Konzernchef beschreibt den Bedarf an Cloud-Kapazitäten und KI-Infrastruktur als außergewöhnlich stark. Heute hat Nvidia mit dem DSX Pod eine modulare KI-Fabrik auf Basis der Vera-Rubin-Plattform vorgestellt. In dieser Lesart wächst der Konzern über die reine Chipherstellung hinaus und wird zum zentralen Akteur der nächsten KI-Phase.
Schon bei der Keynote gab es allerdings Proteste wegen des Vorwurfs, Nvidia-Chips würden in russischen Drohnen eingesetzt. Für Skeptiker wiegt die Finanzierungsfrage jedoch schwerer. Der Kapitalbedarf des Sektors übersteigt derzeit die verfügbaren Mittel deutlich, und vielen Betreibern fehlt das Betriebskapital für ihr Wachstum. Nvidia ist zudem an zahlreichen Neoclouds beteiligt. Am deutlichsten zeigt sich das Problem bei CoreWeave: Die Prämien für Credit Default Swaps liegen laut Financial Times auf Rekordniveau. Offen ist, ob genug Kapital für die zugesagten Bauprojekte vorhanden ist. Gegenüber Nvidia gilt CoreWeave als die schwächere Anlage. Die steigenden CDS-Spreads werden zudem als Warnsignal für die Anfälligkeit von KI-Investments insgesamt gewertet. Die CoreWeave-Aktie verliert heute 10,8 %, Nvidia gibt 4,7 % nach.
Aktien: Bestraft der Markt Metas hohe Ausgaben zu Recht?
Bei Meta Platforms stehen einem starken Kerngeschäft hohe KI-Investitionen gegenüber. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 26 % auf 64,60 Mrd. USD und übertraf damit den Konsens von 63,34 Mrd. USD. Für das vierte Quartal stellt Meta 73 bis 76 Mrd. USD in Aussicht. Eine Sonderbelastung von 9,89 Mrd. USD aus dem Vergleich mit 52 US-Staatsanwälten zu Jugendschutzfragen drückte das GAAP-EPS auf 3,83 USD. Bereinigt hätte es bei 7,40 USD und damit klar über dem Konsens von 6,54 USD gelegen. Optimisten werten das als Beleg, dass sich KI erfolgreich monetarisieren lässt. Die Kursziele lauten 900 USD, 940 USD von J.P. Morgan und 905 USD von Citi.
Dennoch verliert die Aktie heute 8,1 %, weil Anleger die hohen KI-Investitionskosten hinterfragen. Vor allem fehlt den Skeptikern eine Prognose für die Ausgaben 2027. Eine Stimme hält einen Anstieg der Investitionen von 196 Mrd. auf mehr als 225 Mrd. USD für möglich. Der weitere Einwand: Die Ausgaben wüchsen schneller als der Umsatz, der freie Cashflow werde negativ. Eine Rendite sei erst ab 2029 zu erwarten. Auch bei Muse, der Technologie, die in den nächsten Jahren zur zentralen Plattform werden soll, gibt es Bedenken zu Sicherheit und Datenschutz.
Bei Tesla bleibt der Tenor abwartend. Die Befürworter verweisen auf das bereinigte EPS von 0,48 USD, das den Konsens von 0,45 USD übertraf. Zudem erholte sich der freie Cashflow auf 1,53 Mrd. USD, und der Cashbestand wuchs auf 45,4 Mrd. USD. Hinzu kommt die Aussicht auf einen Zusammenschluss mit SpaceX, der noch in diesem Jahr angekündigt werden könnte. Damit würden KI- und Rechenkapazitäten mit Autos, Energie und Robotik gebündelt. Mit diesen Argumenten wird ein Kursziel von 420 USD begründet.
Dagegen sprechen der mit 28,05 Mrd. USD nahezu stagnierende Umsatz und der Rückgang des operativen Ergebnisses von 1,624 Mrd. auf 718 Mio. USD. Kritisiert werden außerdem die hohe Bewertung im Verhältnis zu Marge und Wachstum sowie die ungeklärte KI-Monetarisierung. Bei einer Fusion könnten zudem Hürden durch die SEC entstehen. Die Aktie gibt heute 2,8 % nach. Technisch liegen die Unterstützungen bei 362,50 USD und 295 USD, der Widerstand bei 400 USD.
Indizes: Wie belastbar ist die Midterm-Statistik?
Die Midterm-Statistik liefert Argumente für beide Seiten. Die Optimisten verweisen darauf, dass der S&P 500 in allen 20 Midterm-Jahren seit 1946 ein Jahr nach der Wahl höher stand, im Schnitt mit einem Plus von 14 %. Der Nasdaq entwickelte sich in dieser Phase in 11 von 13 Fällen besser als der breite Markt. Zudem verweisen sie darauf, dass sich der gleichgewichtete S&P 500 besser hält als der kapitalgewichtete.
Für das Midterm-Jahr selbst fällt die Bilanz allerdings schwächer aus. Hier kam der Index im Schnitt nur auf rund 5 %, und in zwei von drei Fällen fiel er um mindestens 10 %. Beim Nasdaq fiel dieser Rückgang stets stärker aus. Im heutigen Handel trifft es den technologielastigen Index deutlich härter als den breiten Markt. Techwerte gelten wegen ihrer Zinssensitivität als besonders anfällig; zusätzlich belasten Meldungen über weltweite Cyberangriffe die Kurse. Charttechnisch stehen die Marken bei 7.650 und 7.700 Punkten sowie der Bereich um 7.740 Punkte im Blick.
Rohstoffe: Wie viel Risikoprämie steckt im Ölpreis?
Am Ölmarkt geben die Bullen den Ton an. Sie verweisen auf die Eskalation im Nahen Osten: Truppen und Diplomaten werden evakuiert, und Berichten zufolge erwägt Netanjahu, die Angriffe auf Iran wieder aufzunehmen. Israelische Jets näherten sich der iranischen Grenze, und die Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf US-Stützpunkte. Der US-Truppenabbau in der Region erhöht nach dieser Einschätzung die Risikoprämie. Brent und WTI ziehen heute jeweils um 2,4 % an.
Wer mit einer Korrektur rechnet, verweist darauf, dass der Preis die Marke bei 100 USD nur kurz berührt habe und danach leicht zurückgefallen sei. Zudem erwägt die Trump-Regierung, Heizölreserven im Nordosten der USA freizugeben, was auf die Produktpreise drücken würde.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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