Nachricht
21:47 Uhr, 15.10.2026

Darüber spricht der Markt: Reichen starke Zahlen gegen den Chip-Ausverkauf?

TSMC übertrifft mit 763,1 Mrd. TWD Nettogewinn die Erwartungen, doch die Aktie fällt: Warum Rekordzahlen den Ausverkauf bei Chipwerten nicht stoppen.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US30303M1027Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: US8740391003Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (NYSE)
    VerkaufenKaufen

Machen TSMCs Rekordgewinne den Chip-Ausverkauf überzogen?

Wer den Ausverkauf für übertrieben hält, kann sich heute auf starke Zahlen stützen. TSMC weist für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 763,1 Mrd. TWD aus und übertrifft damit die Konsensschätzung von 746,3 Mrd. TWD. Die operative Marge liege mit 58,7 % über den erwarteten rund 58 %, und die Nachfrage übersteige weiterhin das Angebot. Für das vierte Quartal werde ein Umsatz zwischen 52,3 und 54,3 Mrd. USD in Aussicht gestellt. Rückendeckung liefert ASML: Der Ausrüster hatte tags zuvor seine Jahresprognose zum dritten Mal in Folge angehoben.

Die Aktie gibt dennoch rund 2 % nach. Skeptiker halten das für folgerichtig: Ihrer Darstellung nach dominieren Makrosorgen um Zinsen und Kreditmarkt sowie Sorgen um die Finanzierung des KI-Rechenzentrenausbaus, hinzu komme kurzfristiger Margendruck durch die Umstellung der 2-Nanometer-Fertigung. Den Investitionsrahmen für 2026 belasse TSMC trotz des angekündigten Ausbaus bei 60 bis 64 Mrd. USD. Hinzu kommt der grundsätzliche Einwand, dass Chips zunehmend als austauschbare Massenware gelten. Zugleich machen KI-Werte in vielen Depots bereits einen großen Anteil aus. Das wirft die Frage auf, wer noch kaufen soll. Eine Stimme verweist zudem auf den Einbruch des Philadelphia Semiconductor Index am Vortag. Auch heute gibt der Index nach. Bei TSMC gilt die Marke von 395 USD als Unterstützung; dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt.

Nvidia gibt heute im Sog der KI-Titel ebenfalls nach. Optimisten verweisen auf die Stellung des Konzerns als größter Abnehmer von TSMC-Wafern, der den Großteil der CoWoS-Packaging-Kapazität reserviert. Ein Kanal verweist auf ein durchschnittliches Kursziel von 322 USD, der Höchstwert liege bei 515 USD. Dagegen steht die Erwartung von Marktanteilsverlusten an Advanced Micro Devices, Broadcom und MediaTek sowie von einem langsameren Wachstum bis 2029/2030. Die Befürworter von Advanced Micro Devices setzen gerade auf solche Marktanteilsgewinne und eine Verdopplung des Umsatzes.

Beim Speicher verschärft eine neue Einschätzung südkoreanischer Ökonomen die Debatte: Ein Überangebot könne schon 2029 drohen, früher als bisher angenommen. Samsung Electronics und SK Hynix geraten nach einer schwachen Sitzung in Seoul deutlich unter Druck, die Aktien verlieren heute 9,5 % bzw. 11,1 %, nachdem SK Hynix bereits am Dienstag zuvor zweistellig eingebrochen war. Bei Micron Technology verweisen Skeptiker auf die ausgeprägte Zyklik und auf wichtige charttechnische Marken, die nach unten durchbrochen wurden; hinzu kommt die Meldung, dass Taiwans Präsident Microns Management und Belegschaft am größten Fertigungsstandort des Konzerns, dem Hauptproduktionszentrum für HBM-Speicher, zur Beilegung eines drohenden Streiks aufruft, der die ohnehin knappe Speicherchipversorgung gefährden könnte. Als Kaufargumente werden dagegen Margen von rund 80 %, niedrige Bewertungsmultiplikatoren und Aktienrückkäufe angeführt. Cantor Fitzgerald nennt ein Kursziel von 2.000 USD. Entscheiden dürfte sich die Neubewertung an den kommenden Gewinnberichten.

Tragen Werbung und Cloud die KI-Ausgaben der Techkonzerne?

Optimisten setzen bei Meta Platforms und Alphabet auf das Kerngeschäft: Die Werbung laufe trotz der hohen KI-Investitionen weiterhin sehr stark. Anders als andere Infrastruktur-Baufirmen weise Alphabet keinen hohen Verschuldungsgrad auf und erwirtschafte hohe freie Cashflows. Im Juli hatte Alphabet ein Wachstum des Cloud-Umsatzes von 63 % gemeldet. Für Meta nennen BNP Paribas ein Kursziel von 885 USD, Truist von 1.000 USD und UBS von 884 USD.

Die Skeptiker setzen bei der Finanzierung an. Meta habe KI-Investitionen in Milliardenhöhe in eine separate Zweckgesellschaft ausgelagert. Zudem melden die Handelsabteilungen der Banken, institutionelle Investoren zögen sich aus Wetten auf KI-Investitionsausgaben zurück. Sie erinnern auch an die letzten Zahlen: Der Umsatz hatte im Juli den Konsens verfehlt, während Meta die Investitionsprognose anhob.

Bei Microsoft richtet sich die Hoffnung auf Azure und Microsoft 365, die von steigenden KI-Ausgaben der Unternehmen profitieren. Vor den Quartalszahlen haben mehrere Häuser ihre Ziele erhöht: Jefferies auf 650 USD, Citigroup auf 675 USD und Cowen auf 636 USD. Im Juli hatte der Umsatz mit 90,0 Mrd. USD über dem Konsens gelegen; heute ist die Aktie gefragt. Kritiker wenden allerdings ein, dass die Rally die Messlatte angehoben habe. Sie verweisen auf Kursausschläge von über 30 % in beide Richtungen im vergangenen Jahr. Als nächster Prüfstein gelten die für nächste Woche erwarteten Meta-Zahlen, die als Indikator für die KI-Investitionen der gesamten Branche gelesen werden.

Macht die hohe Inflation Walmart zum Gewinner im Einzelhandel?

Den Anstoß liefert die Deutsche Bank, die Walmart auf „Kaufen“ hochstuft. Ihre These: Anhaltend hohe Inflation und steigende Preise an der Zapfsäule treiben preisbewusste Kunden zum Discounter, der mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis Marktanteile gewinnen kann. Die Aktie legt heute zu; die Hochstufung stützt auch den Dow Jones. Hinzu kommt das operative Fundament: Im August hatte Walmart beim bereinigten Gewinn je Aktie den Konsens übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Genannt werden Kursziele von 136 USD und 113 USD.

Der Einwand richtet sich nicht gegen die operative Stärke, sondern gegen die These vom Börsengewinner: Die Aktie habe sich im vergangenen Jahr trotz Kursgewinnen nicht überdurchschnittlich entwickelt. Ob die Inflation tatsächlich zum Treiber wird, muss sich erst in Marktanteilen zeigen.

Ist die Hoffnung auf eine Tesla-SpaceX-Fusion begründet?

Ein Zusammenschluss von Tesla und SpaceX könnte nach Einschätzung der Befürworter Fertigungs-, Energie- und Satelliteninfrastruktur verbinden. Eine solche vertikale Integration würde die Entwicklung von KI und Robotik in beiden Unternehmen beschleunigen. Zudem ließe sich das Kapital zwischen Musks Unternehmen effizienter verteilen. Barclays-Analyst Dan Levy hält eine Ankündigung noch vor der Tesla-Hauptversammlung für möglich, spätestens vor Dezember.

Skeptiker erinnern daran, dass bislang nur diese Analystenmeinung vorliegt. Eine offizielle Unternehmensankündigung gibt es nicht, und selbst im günstigen Fall könnte sich der Zeitplan verschieben. Auch die Aufmerksamkeit für den neuen Roadster überzeugt sie nicht: Der Basispreis liegt bei 200.000 US-Dollar, in Vollausstattung sind es bis zu 4 Mio. US-Dollar; die Vorstellung soll einem Bericht zufolge heute auf einem Testgelände von SpaceX in Texas stattfinden. Nach Angaben eines Kanals geht es um rund 2.000 Fahrzeuge – ein Prestigeprojekt, kein Volumentreiber.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche