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22:00 Uhr, 14.10.2026

Darüber spricht der Markt: Reichen gute Zahlen gegen den Zinsdruck?

Hohe Inflationsdaten, ein Ölschub durch neue Zwischenfälle und starke Zahlen von ASML und Banken: Der Markt streitet, ob Gewinne den Zinsdruck noch ausgleichen können.

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Bricht der neue Energiepreisschub die US-Aktienrally?

Wer mit einem Ende der Rally rechnet, findet heute gleich mehrere Argumente. Die US-Inflationsrate steigt im September auf 3,7 %, erwartet waren 3,6 % nach 3,4 % im August. Auch die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel liegt mit 2,6 % über den erwarteten 2,5 %. Den größten Schub liefern die Energiepreise, eine Stimme verweist vor allem auf Heizöl mit einem Plus von 15,3 % im Monatsvergleich. Öl der Sorte WTI verteuert sich nach einem Zwischenfall in der Straße von Hormus um 1,0 % auf rund 95 USD je Barrel. Der S&P 500 gibt heute spürbar nach, belastet vom Inflationsbericht und der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen. Die Nasdaq verliert noch deutlicher, auch die Chipwerte notieren im Minus.

Die Sorge reicht über einen schwachen Handelstag hinaus. Die Energiepreisschübe gelten zwar als angebotsseitig bedingt, halten laut einem Kanal aber bereits seit sieben bis acht Monaten an und drohen sich zu verfestigen. Hohe Energiepreise machen eine restriktivere Geldpolitik der Fed wahrscheinlicher. Ein zweiter Energieschock träfe auf ohnehin sehr hohe langfristige Kapitalkosten. Auch die kurzfristigen dürften steigen, wenn die Notenbanken auf die Inflation reagieren.

Wer auf weiter steigende Ölpreise setzt, verweist auf zunehmende iranische Angriffe auf Schiffe und einen Houthi-Angriff auf das Aramco-Hauptquartier in Saudi-Arabien. Hinzu kommt der von der IEA erwartete strukturelle Engpass bei Destillaten bis 2027; Diesel bleibe bis in die zweite Jahreshälfte 2027 knapp. Am Markt wird ein weiterer Preissprung um 15 bis 25 USD über das aktuelle Niveau für möglich gehalten. Über höhere Diesel- und Transportkosten würde das die Inflation zusätzlich anheizen. Bei Aktien sehen Skeptiker zudem in der extremen Konzentration auf wenige KI-Werte ein klassisches Blasenmuster, dessen Auflösung erhebliche Kursverluste nach sich ziehen könnte. Charttechnisch verweisen sie auf die Trendlinie seit 2020/2022 bei 8.000 Punkten als massiven Widerstand. Ist er erreicht, könnte das Narrativ auf eine schwächere Konjunktur umschlagen.

Die Optimisten am Aktienmarkt argumentieren dagegen mit den Gewinnen. So ihre These: Steigende Ergebnisse trügen den Kursanstieg, nicht höhere Bewertungen. Eine Stimme beziffert das Gewinnwachstum im zweiten Quartal auf über 50 %, ohne Sondereffekte immer noch auf 33 %. Das liege deutlich über den vom Konsens erwarteten 23 %. Auch beim Öl gibt es ein Gegenargument: Die IEA hat ihre Nachfrageprognose gesenkt, was gegen ungebremst steigende Preise spricht. Charttechnisch steht zudem die Marke bei 7.800 Punkten im Fokus der Diskussion.

Wiegt Finanzierungsdruck schwerer als der KI-Auftragsboom?

Kaum ein Wert steht so sehr für den KI-Auftragsboom wie ASML. Der Konzern hebt das dritte Quartal in Folge seinen Ausblick an und erwartet für 2026 nun 44 bis 45 Mrd. EUR Umsatz, Analysten hatten mit 43,65 Mrd. EUR gerechnet. Für das vierte Quartal stellt er 14,2 bis 15,2 Mrd. EUR in Aussicht. Der Nettogewinn übertrifft mit 4,96 Mrd. EUR die Schätzung von 4,05 Mrd. EUR klar, der Umsatz liegt mit 11,66 Mrd. EUR im Rahmen der Erwartungen. Das Management rechnet damit, dass die Kapazität bis 2027/2028 nicht ausreicht, und sieht bereits Bestellungen für 2029/2030. Die Optimisten verweisen zudem auf die Quasi-Monopolstellung bei High-End-Lithographiemaschinen.

An der Heimatbörse in Amsterdam schließt die Aktie 1,2 % höher, an der Nasdaq notiert sie nach dem Inflationsbericht gut 2 % tiefer. Die Skeptiker sehen darin ein Zeichen, dass gute Zahlen in einem Umfeld hoher Inflation und steigender Zinsen nicht mehr reichen. Grundsätzlicher fragen sie, wie lange der Investitionszyklus angesichts von Schwierigkeiten beim Rechenzentrenbau und Energieengpässen noch anhält. Hinzu kommen die Schwäche in China und US-Exportregeln, die Verkäufe fortschrittlicher Ausrüstung dorthin begrenzen.

Auf der Finanzierungsseite stellt sich die Frage, wer den Ausbau bezahlt. CoreWeave verliert heute 15,9 %, nachdem ein Manager gegenüber der „Financial Times“ zusätzliche Finanzierungsquellen wie Versicherer für Chipkäufe ins Spiel gebracht hat. Die Anleihen des US-Cloudanbieters brechen dabei auf Kursniveaus ein, die üblicherweise auf finanzielle Schwierigkeiten hindeuten, auch wenn der Auftragsbestand laut Vorstandschef mehr als ausreicht, um die Schuldenverpflichtungen zu decken. Für die Skeptiker passt das ins Bild: Hohe Kapitalausgaben treffen auf erheblichen Cashflow-Druck. Sollte der KI-Boom nachlassen, könnte das Unternehmen als eines der ersten in Schwierigkeiten geraten. Es gilt als besonders abhängig von der finanziellen Unterstützung durch Nvidia.

Damit rückt Nvidia ins Zentrum des Streits. Die Optimisten verweisen auf eine weit im Voraus ausgebuchte Produktion und den im August gemeldeten Umsatzsprung von 106 % auf 96,2 Mrd. USD. Laut einer Stimme erlauben freie Cashflows von fast 130 Mrd. USD zudem Investitionen und Finanzierungen im gesamten KI-Ökosystem. Genau diese Rolle halten die Skeptiker für problematisch. Die Verflechtung mit Kunden wie OpenAI, CoreWeave und Nebius erinnere an das Lucent-Modell der Dotcom-Blase. Eine Stimme verweist auf Leasingzahlungen von über 230 Mrd. USD, für die Nvidia hafte. Ein Teil der Nachfrage könnte demnach durch die eigene Finanzierung künstlich gestützt sein. Laut einem Kanal ist die Aktie zuletzt mit dem Sektor unter die 50-Tage-Linie gefallen.

Sind die Kursverluste der Banken berechtigt?

Auch bei den Banken stellt sich die Frage, ob gute Zahlen die Zinssorgen aufwiegen können. Am deutlichsten trifft es Bank of America: Die Aktie verliert heute 5,5 %. Die Skeptiker verweisen auf die Schwäche im Handels- und Investmentbanking. Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren sei die Kundenaktivität angesichts steigender Zinsen zum Erliegen gekommen. Die Erträge von 30,0 Mrd. USD verfehlen die Schätzung um 2,0 %, das bereinigte EPS liegt mit 1,08 USD knapp unter dem Konsens von 1,10 USD. Eine Strafe von 1,2 Mrd. USD aus Einigungen mit OCC und FinCEN wegen Verstößen gegen den Bank Secrecy Act drückt das GAAP-EPS auf 0,91 USD.

Die Optimisten halten dagegen: Der Nettozinsertrag steigt um 8 % auf 16,4 Mrd. USD, die harte Kernkapitalquote liegt bei 10,9 %. Charttechnisch rücken das Tief vom 15. Mai 2025 und die Marke bei 46,50 USD als Unterstützungen in den Blick.

Bei der Goldman Sachs Group überwiegen leicht die Optimisten. Die Erträge von 18,68 Mrd. USD lagen 11 % über der Schätzung, das EPS mit 17,01 USD weit über den erwarteten 12,86 USD. Eine Stimme verweist darauf, dass 45 % der Erlöse inzwischen wiederkehrend seien; der Vorstandschef erwartet große Aktienplatzierungen und Börsengänge. Die Aktie gibt heute dennoch rund 2 % nach. Die Skeptiker verweisen auf höhere Inflations- und Zinserwartungen. Nach dem Inflationsbericht setzen Händler auf drei weitere Zinserhöhungen der Fed bis Ende 2027. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist bereits im vergangenen Quartal um 77 Basispunkte gestiegen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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