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Kommentar
23:51 Uhr, 03.08.2026

Chartanalyse lernen, der einfache Einstieg für Anfänger

Im 4. Abschnitt unserer Goldesel Akademie wollen wir euch zeigen, wie ihr die Chartanalyse lernen könnt und warum das wichtig für eure zukünftigen Börsenentscheidungen ist. Egal, ob ihr als Trader oder Investor von nun an vollständig auf technische Analyse setzen wollt, nur eure Einstiege für langfristige Investitionen daran orientiert oder ob ihr ausschließlich Newstrading betreiben wollt – ein Blick auf den Chart und die wichtigsten Indikatoren sollte zu jeder Entscheidung an der Börse dazugehören.

Wir wollen einen möglichst einfachen Einstieg für jeden Wissenstand vermitteln und euch die Chartanalyse Schritt für Schritt näherbringen.

Weniger ist mehr!

Eine Info schonmal vorab. Wir werden in diesem Abschnitt auf zahlreiche Indikatoren eingehen, um euch ein möglichst breites Spektrum der wichtigsten Indikatoren und Techniken der Chartanalyse näherzubringen. Nach und nach werden auch immer weitere Unterkategorien der sehr umfangreichen technischen Analyse hinzukommen. Grundsätzlich gilt aber der Leitspruch: Weniger ist mehr! Euer Chartbild sollte immer aufgeräumt und nicht überladen sein. Schaut mit welchen Indikatoren und Werkzeugen ihr am besten zurecht kommt.

Ein solches Chartbild mit all diesen Indikatoren führt nur zu einem Ergebnis…vollkommener Verwirrung.

Warum ist Charttechnik wichtig?

Charttechnik wird oft als self-fulfilling prophecy also Selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet und dementsprechend auch häufig kritisiert. Es stimmt natürlich, dass sich der Kurs an bestimmten charttechnischen Bereichen und bei gewissen Indikatoren nur bewegt, weil viele Marktteilnehmer diese Niveaus eben durch die charttechnische Analyse für ihre Handelsentscheidungen nutzen. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, das für unser Trading oder unsere Investitionsentscheidungen zu nutzen. Charttechnik ist für die richtige Ein- und Ausstiegszeitpunkte bei euren Handelsentscheidungen wichtig und kann die Performance stark beeinflussen.

Sollte euer Fokus zukünftig eher auf der fundamentalen Analyse von Aktien in Kombination mit euren Zukunftsfantasien für gewisse Aktien liegen oder ihr handelt eher eine passive Dividendenstrategie so ist es doch auch in diesen Fällen ratsam, seine Ein- und Ausstiege am Chartverlauf der jeweiligen Aktien zu orientieren.

Was ist Chartanalyse überhaupt?

Ganz einfach ausgedrückt: Die Chartanalyse ist die Kunst, aus der Vergangenheit eines Aktienkurses Rückschlüsse auf dessen Zukunft zu ziehen.

Während sich fundamentale Analysten wochenlang durch Bilanzen, Gewinnberichte und Geschäftsberichte eines Unternehmens wühlen (die sogenannte Fundamentalanalyse), interessiert sich ein Chartanalyst primär für eine Sache: den Preis und das Handelsvolumen.

Der Grundgedanke dahinter ist so simpel wie logisch:

  • Der Kurs spiegelt alles wider: Jede Nachricht, jede Erwartung, die Angst der Anleger und die Gier der Käufer – all das ist in Sekundenschnelle im aktuellen Aktienkurs enthalten.
  • Menschliche Psychologie ändert sich nie: An der Börse handeln Menschen (oder Computer, die von Menschen programmiert wurden). Da sich unsere Emotionen wie Angst und Hoffnung seit Jahrhunderten nicht verändert haben, wiederholen sich bestimmte Verhaltensmuster im Chart immer und immer wieder.

Die Kernbotschaft

Ein Chart ist nichts anderes als das fiebernde Thermometer der Marktpsychologie. Wenn du lernst, dieses Thermometer zu lesen, verstehst du, wer gerade die Oberhand hat: die Käufer (Bullen) oder die Verkäufer (Bären).

Warum solltest du Chartanalyse lernen?

Selbst wenn du langfristig investieren möchtest und dich eigentlich als klassischen Investor siehst, bringt dir das Lesen von Charts massive Vorteile:

  1. Besseres Timing (Der perfekte Einstieg): Du hast eine tolle Aktie gefunden? Wunderbar. Die Chartanalyse sagt dir zwar nicht, ob das Unternehmen gut ist, aber sie zeigt dir, wann ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen ist.
  2. Risikomanagement (Schutz vor Verlusten): Der Chart hilft dir insbesondere dabei, deine Trades oder Investitionen so aufzustellen, dass du nicht in unkontrollierte Verluste läufst. Anhand des Charts kann man vor dem Einstieg genau definieren, wann man ein aber auch wieder aussteigen möchte.
  3. Objektivität statt Bauchgefühl: Emotionen sind der größte Feind des Traders. Ein Blick auf den Chart liefert klare Fakten statt Hoffnung oder Panik.

Dein Ablauf für Kapitel 4

Das Thema Chartanalyse wirkt am Anfang wie eine riesige Wand. Deshalb gehen wir Schritt für Schritt vor – wie bei einem Baukastensystem. Du musst nicht alles auf einmal lernen.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, was dich in den nächsten Schritten erwartet:

  • Unterstützungen & Widerstände: Warum prallen Kurse an bestimmten Linien immer wieder ab?
  • Trend erkennen: Wie erkennst du im Handumdrehen, ob eine Aktie gerade im Aufwind ist oder fällt?
  • Die Werkzeuge (Indikatoren & Candlesticks): Wie liest man Kerzen und was bedeuten Kürzel wie RSI oder MACD?

Fazit: Jeder kann Charts lesen lernen!

Die Chartanalyse ist keine Geheimwissenschaft und auch kein Blick in die Glaskugel. Sie ist ein Handwerk, das man lernen kann – ähnlich wie das Lesen einer Landkarte. Du wirst nach dieser Artikelreihe Aktienkurse mit völlig anderen Augen sehen.

Wie geht es weiter? Im nächsten Artikel schauen wir uns an, wo genau der Unterschied zwischen der Chartanalyse und der Fundamentalanalyse liegt und warum die Kombination aus beiden Welten oft die absolute Geheimwaffe für dein Depot ist.

Zusammenfassung: Das solltest du mitnehmen

✅ Chartanalyse ist nicht nur für Trader wichtig, die ihre gesamte Strategie darauf auslegen. Sie dient vielmehr auch für mittel bis langfristige Investoren dazu, die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte im Chart zu finden.

✅ Die technische Analyse ist kein Hexenwerk und kann mit etwas Übung und den richtigen Basics von jedem erlernt werden.

✅ Für ein effektives Risikomanagment ist die Chartanalyse überaus wichtig.

✅ Bei der Chartanalyse gilt es, die für sich richtigen Indikatoren zu verwenden. Zu viele Zeichungen und Indikatoren im Chart erschweren das Lesen der Charts.

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