Kommentar
16:30 Uhr, 13.01.2026

Airbus und Boeing im Hochlauf: Wie der Nachfrageboom den globalen Flugzeugbau neu sortiert

Wir werden so alt wie nie zuvor – doch der wahre Fortschritt liegt darin, diese gewonnenen Jahre vital zu genießen.

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Vontobel Kolumne

Die globale Luftfahrtbranche erlebt derzeit einen außergewöhnlich starken Nachfrageanstieg und zählt wieder zu den attraktivsten Industriezweigen. Im Zentrum stehen dabei Airbus und Boeing, da Fluggesellschaften weltweit ihre Flotten modernisieren und verstärkt auf treibstoffeffiziente und zuverlässige Flugzeuge setzen. Die hohen Bestellmengen der vergangenen Monate zeigen nicht nur die deutliche Erholung des Marktes, sondern auch das große Wachstumspotenzial, das sich für beide Hersteller eröffnet. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb zu, besonders durch neue Anbieter aus dem asiatischen Raum. Dies wird die strategische Ausrichtung von Airbus und Boeing weiter prägen und den Markt langfristig verändern.

Rekordnachfrage, struktureller Wandel und neue Herausforderungen

Die hohe Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen lässt sich durch mehrere strukturelle Faktoren erklären. Nach dem pandemiebedingten Einbruch besteht weltweit ein großer Nachholbedarf, da viele Airlines ihre Flotten lange nicht erneuert haben. Gleichzeitig steigen die Passagierzahlen schneller als erwartet, besonders in Asien und im Mittleren Osten. Zudem wächst der Druck, ältere und verbrauchsstarke Modelle durch effizientere Flugzeuge zu ersetzen, um Betriebskosten zu senken und Emissionen zu reduzieren.

Airbus: Zwischen Nachfrageschub und technologischem Wandel

Im Vergleich zum Angebot ist die Nachfrage nach Flugzeugen im letzten Jahr stark gestiegen. So meldete Airbus einen Auftragsbestand von rund 8.617 Maschinen. Fast 90 Prozent davon waren Kurzstreckenflugzeuge, sogenannte Narrow-Bodies wie der A220 und der A320neo. Dies liegt daran, dass es sich um einen zweiseitigen Oligopolmarkt handelt, in dem nur zwei Akteure dominieren: Airbus und Boeing. Ihre Produktionskapazitäten reichen nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu befriedigen.

Dennoch gibt es gute Neuigkeiten. So führte Airbus Ende letzten Jahres eine Softwareumstellung bei rund 6.000 Flugzeugen der A320-Familie durch. Dies gelang schneller als erwartet, um Flugausfälle zu vermeiden. Zudem setzt Airbus zunehmend auf Künstliche Intelligenz. So schloss das Unternehmen Ende letzten Jahres einen Vertrag im Wert von 50 Millionen EUR ab, um KI in Waffen- und Informationssysteme zu integrieren. KI wird zur Überwachung und Verarbeitung von Daten eingesetzt. Zukünftig soll sie zudem für Aufklärung, Cybersicherheit und das Management von Telekommunikationsnetzwerken verwendet werden. Darüber hinaus implementiert Airbus Deep-Learning-Modelle, um Mängel an Röhren und Belüftungsschlitzen automatisch zu erkennen.

Zusätzlich zur Implementierung von Künstlicher Intelligenz bereitet sich Airbus auch auf einen Wandel der Antriebstechnologien vor. Auf dem Airbus Summit im Jahr 2025 präsentierte das Unternehmen den überarbeiteten ZEROe-Projektplan, der ein wasserstoffbetriebenes Flugzeug vorsieht. Die Motoren dieses Flugzeugs sollen durch Brennstoffzellensysteme angetrieben werden, die Wasserstoff und Sauerstoff in elektrische Energie umwandeln. Dieses Konzept soll in den kommenden Jahren weiter verbessert werden. Airbus arbeitet bereits seit fünf Jahren an diesem Projekt und hat mehrere Konzepte getestet, bevor die Entscheidung für das aktuelle Design fiel. Das Unternehmen plant, bis 2035 die Zulassung für ein Wasserstoffflugzeug zu erhalten und die neue Antriebstechnologie so schnell wie möglich umzusetzen.

Diese Zukunftsaussichten spiegeln sich auch im Umsatz von Airbus wider. So erzielte das Unternehmen 2023 einen Umsatz von rund 65,4 Milliarden EUR, 2024 waren es bereits 69,2 Milliarden EUR.

Boeing: Im Spannungsfeld von Auftragsboom und Modernisierung

Ebenso wie bei Airbus hat auch Boeing aufgrund des Stillstands während der Covid-19-Pandemie und der begrenzten Kapazitäten viele offene Bestellungen. Boeing verzeichnete rund 6.528 offene Bestellungen, von denen etwa 74 Prozent davon auf die 737-MAX-Serie entfielen. Diese Serie ist vor allem durch ihre treibstoffeffizienten Triebwerke bekannt. Analyseunternehmen wie Cirium schätzen den weltweiten Bedarf an Maschinen auf rund 46.000 in den nächsten 20 Jahren. Zudem steigen die Bestellungen in diesem Jahr enorm. Anfang 2026 erhielt Boeing 100 Bestellungen von Alaska Airlines.

Boeing profitiert ebenfalls von Trumps Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Der amerikanische Flugzeughersteller wird stark von den Verteidigungsausgaben der USA profitieren, die von 1 Mrd. USD auf 1,5 Mrd. USD erhöht wurden.

Außerdem befindet sich das neue Modell, die Boeing 737 MAX 10, in Phase 2 des Flugtestings. Die Auslieferung der ersten Maschine dieses Modells wirf Ende 2026 erwartet. Trotz einiger Probleme in der Vergangenheit bei Qualität und Produktion kann Boeing mit diesem Modell wettbewerbsfähig gegenüber dem Airbus A321neo bleiben. Der Auftragsbestand für das neue Modell beträgt aktuell 1.200 Maschinen.

Ebenso wie Airbus plant auch Boeing, die Flugzeuge in Zukunft umweltfreundlicher zu gestalten. Um das Ziel zu erreichen, die Kohlenstoffemissionen bis 2050 um 50 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren, plant Boeing die Verwendung von Biotreibstoffen. Erste Testflüge wurden bereits absolviert.

Die Weichen für die Zukunft der Luftfahrt sind gestellt

Insgesamt zeigt sich, dass die Luftfahrtindustrie vor einer entscheidenden Phase steht. Der außergewöhnlich starke Nachfrageanstieg eröffnet Airbus und Boeing zwar enorme Wachstumschancen, stellt die beiden Hersteller jedoch zugleich auch vor komplexe Herausforderungen. Während Airbus mit technologischen Innovationen, KI-Anwendungen und nachhaltigen Antriebskonzepten wichtige Impulse setzt, kämpft Boeing parallel darum, seine Position auf dem Markt zu stabilisieren und von der neuen Nachfragewelle zu profitieren. Klar ist: Die kommenden Jahre werden maßgeblich darüber entscheiden, wie sich das Kräfteverhältnis im globalen Flugzeugbau entwickelt. In einem sich zunehmend erneuernden und diversifizierenden Markt, wird vor allem die Fähigkeit zählen, zuverlässig zu liefern und technologisch vorauszudenken.

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Stand: 13.01.2026 15:30 Uhr

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