Adobe abgestraft trotz Rekordzahlen, günstige Einstiegschance?
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Adobe mit Rekordzahlen und trotzdem abgestraft. Die Aktie des kalifornischen Softwarespezialisten beendete den Freitag bei 245,20 Dollar und verlor 2,6 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 30 Prozent zu Buche. Neue Analystenabstufungen haben die Zweifel verstärkt, ob der Photoshop-Anbieter seine starke Marktstellung im Zeitalter generativer KI verteidigen kann. Damit prallen günstige Bewertung und wachsende Konkurrenzsorgen unmittelbar aufeinander.
Operativ läuft das Geschäft deutlich besser als der Kurs vermuten lässt. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf den Rekordwert von 6,76 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 15 Prozent auf 6,13 Dollar zu. Die Abonnementerlöse wuchsen um 14 Prozent auf 6,56 Milliarden Dollar. Zudem erzielte der Konzern einen operativen Mittelzufluss von 2,52 Milliarden Dollar.
Kern der Strategie ist die Einbettung künstlicher Intelligenz in Creative Cloud, Acrobat und Experience Cloud. Mit Firefly will Adobe nicht nur bestehende Anwendungen aufwerten sondern neue Nutzergruppen gewinnen. Die annualisierten Erlöse mit KI-zentrierten Angeboten stiegen um mehr als 150 Prozent auf über 650 Millionen Dollar.
Genau hier liegt die größte Unsicherheit. Die noch nicht realisierten Vertragswerte wuchsen nur um acht Prozent und der Zuwachs beim jährlich wiederkehrenden Neugeschäft ging deutlich zurück. Kostenlose oder günstigere KI-Werkzeuge erhöhen den Preisdruck vor allem bei Gelegenheitsnutzern. Adobe muss daher zeigen, dass Firefly und neue KI-Assistenten nicht nur die Nutzung steigern sondern auch dauerhaft Geld verdienen.
Für das Gesamtjahr hob der Softwarekonzern seine Ziele dennoch an. Adobe erwartet nun 26,58 bis 26,63 Milliarden Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 24,45 bis 24,50 Dollar. Daraus ergibt sich beim jüngsten Schlusskurs ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zehn.
Auch die Analysten werden vorsichtiger. Wells Fargo stufte das Papier von Overweight auf Underweight ab und senkte das Kursziel von 270 auf 225 Dollar. HSBC kappte das Ziel von 310 auf 267 Dollar und votiert nur noch mit Halten. Während Adobe Gewinne und Barmittelzuflüsse weiter steigert richtet sich der Blick zunehmend auf die Qualität des Wachstums und die Monetarisierung der KI-Offensive.
Adobe Inc. Wochenchart
Betrachtungszeitraum: 19.10.2021– 19.10.2026. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: ARIVA.DE
Charttechnisches Bild
Charttechnisch bleibt Adobe angeschlagen. Der Kurs von 245,20 Dollar liegt rund 1,0 Prozent über der 100-Tage-Linie bei 242,89 Dollar aber 3,5 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 254,21 Dollar. Erst ein nachhaltiger Sprung über den Widerstandsbereich von 260 bis 265 Dollar würde das Bild aufhellen. Darüber wartet zwischen 300 und 305 Dollar die nächste markante Hürde.
Auf der Unterseite bietet die Zone zwischen 230 und 235 Dollar zunächst Halt. Das entspricht einem Rückgang von etwa vier bis sechs Prozent. Bricht dieser Bereich rückt die Unterstützung zwischen 210 und 220 Dollar in den Fokus. Entscheidend ist anschließend das Band von 190 bis 195 Dollar. Unterhalb dieser Marke würde die Aktie das bisherige Mehrjahrestief unterschreiten und auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren fallen. Solange der Kurs unter der 200-Tage-Linie bleibt dominiert trotz der niedrigen Bewertung der übergeordnete Abwärtstrend.
Tradingmöglichkeiten
Faktor-Optionsscheine Long auf SAP SE
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 19.10.2026; 14:30 Uhr
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