200 Milliarden für US-Netz: Wie die Deutsche Telekom SpaceX einordnet
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Enorme Einstiegshürde: Telekom-Chef Timotheus Höttges beziffert die Kosten für den Aufbau eines vollwertigen terrestrischen US-Mobilfunknetzes durch SpaceX auf rund 200 Milliarden US-Dollar.
- 02Klare Haltung zu T-Mobile: Auf der Konferenz zum dritten Quartal 2026 stellte Höttges klar, dass die Deutsche Telekom kein Interesse an einem Verkauf von T-Mobile US hat und kein Angebot vorliegt.
- 03Frequenzen und Zukäufe: SpaceX kaufte im Oktober 2026 bereits 800-MHz-Frequenzen für rund 8 Milliarden US-Dollar und verhandelt laut Medienberichten mit EchoStar über den Anbieter Boost Mobile.
Ein vollwertiges terrestrisches Mobilfunknetz in den USA kostet laut dem Vorstandschef der Deutsche Telekom, Timotheus Höttges, rund 200 Milliarden US-Dollar. Diese Summe nannte Höttges am 5. November 2026 während der Presse- und Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2026 mit Blick auf die Ambitionen des Raumfahrtunternehmens SpaceX.
Damit ordnete der Konzernchef die jüngsten Schritte des potenziellen neuen Wettbewerbers direkt im Anschluss an die Quartalszahlen ein – und nicht etwa auf einer Hauptversammlung. SpaceX drängt über Satellitenverbindungen hinaus zunehmend in den klassischen amerikanischen Mobilfunkmarkt, in dem die Bonner über ihre Tochtergesellschaft T-Mobile US stark vertreten sind.
Was ein eigenes US-Mobilfunknetz für SpaceX kostet
Die von Höttges veranschlagten Investitionskosten von rund 200 Milliarden US-Dollar beschreiben den finanziellen Aufwand, den ein Neueinsteiger für den Aufbau einer landesweiten terrestrischen Infrastruktur am Boden stemmen müsste. Allein mit Satelliten im Orbit lässt sich ein vollwertiges Netz für Millionen amerikanischer Smartphone-Nutzer nicht abdecken, weshalb Bodenstationen und Sendemasten zwingend erforderlich bleiben.
Bereits im Oktober 2026 hatte SpaceX für rund 8 Milliarden US-Dollar US-Mobilfunkfrequenzen im 800-MHz-Band erworben. Laut einem Bericht von Reuters preisen Investoren wegen dieser drohenden Konkurrenz durch SpaceX bereits eine geringere langfristige Rentabilität für die etablierten Mobilfunkbetreiber ein.
Investoren preisen bereits eine geringere langfristige Rentabilität für etablierte Mobilfunkbetreiber wegen der SpaceX-Bedrohung ein.
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom (laut Reuters)
Während die Aktien der klassischen Netzbetreiber am 6. November 2026 kaum verändert tendierten, verzeichnete das Instrument auf SpaceX an der Lang & Schwarz Exchange ein Plus von 6,34 Prozent auf 116,72 Euro. Die Sorge am Kapitalmarkt dreht sich vor allem darum, ob ein vierter großer Anbieter die Preise und Margen im US-Markt dauerhaft unter Druck setzt.
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Warum das 800-MHz-Band für Mobilfunker wichtig ist
Frequenzen im 800-MHz-Bereich gehören zum sogenannten Low-Band-Spektrum. Sie zeichnen sich durch eine hohe Reichweite und eine gute Durchdringung von Gebäuden aus, bilden damit das Rückgrat für die Flächenabdeckung am Boden und ergänzen höhere Frequenzbänder in dicht besiedelten Gebieten.
Übernahme statt Neubau: Die Optionen im US-Markt
Angesichts der Hürde von 200 Milliarden US-Dollar für einen kompletten Eigenbau suchen Marktteilnehmer nach schnelleren Wegen für den Markteintritt. Laut Dow Jones gibt es Spekulationen, dass SpaceX erwägen könnte, einen bestehenden US-Telekomkonzern ganz oder teilweise aufzukaufen, anstatt ein terrestrisches Netz über Jahre hinweg eigenständig zu errichten.
Konkreter sind die Schritte bei kleineren Marktteilnehmern: Laut dem Magazin Der Aktionär verhandelt SpaceX mit dem Unternehmen EchoStar über eine engere Kooperation oder eine Übernahme des Anbieters Boost Mobile. Über diesen Weg könnte sich SpaceX bestehende terrestrische Netzkapazitäten sichern, ohne jedes Funkloch selbst mit neuen Masten schließen zu müssen.
Klare Absage an einen Verkauf von T-Mobile US
Gerüchten über einen möglichen Rückzug der Bonner aus dem amerikanischen Markt trat Höttges auf der Konferenz zum dritten Quartal deutlich entgegen. Er betonte, dass die Deutsche Telekom weder ein Interesse an einem Verkauf ihrer US-Tochter T-Mobile US habe noch ein entsprechendes Angebot vorliege.
Für die etablierten großen Drei auf dem US-Markt – neben T-Mobile US sind das AT&T und Verizon Communications – bedeutet die Situation dennoch eine veränderte Ausgangslage. Selbst wenn SpaceX die 200 Milliarden US-Dollar nicht vollständig in eigene Sendemasten investiert, verändert schon der Einstieg über die 800-MHz-Frequenzen und ein mögliches Bündnis mit Boost Mobile die Wettbewerbsdynamik.
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Die Aussagen zur neuen Wettbewerbslage im US-Mobilfunk betreffen direkt die Deutsche Telekom als Mutterkonzern sowie ihre klar gesetzte Tochter T-Mobile US, die durch ihre bestehende Netzinfrastruktur einen enormen Kostenvorsprung gegenüber Neueinsteigern hält. Auf der anderen Seite stehen SpaceX als neuer Herausforderer mit eigenen 800-MHz-Frequenzen sowie die etablierten US-Rivalen AT&T und Verizon Communications, bei denen Anleger die langfristigen Auswirkungen eines vierten großen Anbieters auf die Branchenrentabilität abwägen.
Meine Meinung dazu:
Die etablierten Anbieter reden den Einstieg von SpaceX noch klein. Aber wenn es einem Unternehmen gelingen kann, hier Fuß zu fassen, dann SpaceX. Schon jetzt nimmt man viele Milliarden für den Bau von Datacentern auf, das „Geldproblem“ könnte also gelöst werden. Ich hoffe im Sinne der Telekom, dass man hier SpaceX nicht ähnlich unterschätzt, wie damals VW Chef Müller Tesla – Michael Flender – Team Goldesel
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Im Zusammenhang mit dem Anlass sind für Anleger vor allem diese Börsentitel von Interesse.
