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15:55 Uhr, 02.06.2023

MÄRKTE USA/Wall Street trotz starken Arbeitsmarkts fest

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NEW YORK (Dow Jones) - Die Hoffnung auf eine Zinspause im Juni durch die US-Notenbank sorgt an der Wall Street weiter für Kauflaune. Dass der US-Senat das Schuldendrama beendet und den drohenden Zahlungsausfall der Regierung in letzter Minute verhindert hat, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Doch hatte der Markt nach dem klaren Votum im Repräsentantenhaus eine Zustimmung des Senats bereits als "sicher" vorausgesetzt. Insofern stützt die Aussetzung der Schuldenobergrenze nur noch sehr verhalten den Aktienmarkt. Im frühen Handel steigt der Dow-Jones-Index um 1,2 Prozent auf 33.460 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 0,9 bzw. 0,7 Prozent zu.

Kurzfristig steht aber die Zinsthematik im Blick, und da dürfte der Arbeitsmarktbericht für Mai die Debatte befeuern. Denn das US-Jobwachstum hat im Mai die Erwartungen deutlich übertroffen. Die starken Daten erschweren den Kampf der Federal Reserve gegen die hohe Inflation. Die separat erhobene Arbeitslosenquote stieg im Mai allerdings etwas deutlicher als gedacht, offenbar weil die günstigen Jobaussichten mehr Menschen zur Arbeitssuche animieren. Die US-Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat im erwarteten Rahmen.

Die Meinungen am Markt zur Relevanz der Daten gehen aber auseinander: Denn zuletzt hatten überzeugende Arbeitsmarktdaten wie die offenen Stellen kaum Einfluss auf die Zinserwartungen. Diese wurden vielmehr geprägt von schwachen Daten, die das Bild einer sich langsam immer weiter eintrübenden Konjunkturlage zeichneten - trotz eines unverändert engen Arbeitsmarktes. Aktuell preist der Zinsterminmarkt eine Zinserhöhung im Juni von 25 Basispunkten nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 29 Prozent ein. Das sind nur ein paar Punkte mehr als vor den Daten.

"Die Fed sendet eindeutig die Botschaft aus, dass sie eine Zinserhöhung nicht mehr für dringlich hält, während sie gleichzeitig Anleger wissen lässt, dass ihre Aufgabe der Inflationsbekämpfung noch nicht erledigt ist", sagt Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote Bank. Die Fed steuere so die Markterwartungen. Es werde kurzfristig keine Zinserhöhungen geben, gleichzeitig wolle die Fed die Marktbedingungen aber nicht durch übermäßig taubenhafte Spekulationen nachhaltig beeinflussen.

   Renditen steigen mit Arbeitsmarktdaten 

Am Rentenmarkt sieht es anders aus, denn hier hieven fallende Notierungen die Renditen nach oben. Mit den Arbeitsmarktdaten gewinnt die Dynamik anziehender Renditen klar an Schwung. Rentenanleger scheinen offenbar doch mit einer Zinserhöhung zu liebäugeln.

Der US-Dollar bewegt sich kaum: Der Dollarindex zeigt sich unverändert, nachdem er vor den Daten knapp im Minus gelegen hat. Anziehender Dollar und steigende Marktzinsen drücken den Goldpreis leicht. Die Erdölpreise ziehen weiter kräftig an. Spekulationen auf eine Fördermengenkürzung der Gruppe Opec+ bei ihrem anstehenden Treffen stiegen nun doch wieder, heißt es.

   Amazon wirbelt Telekom-Kurse durcheinander 

Die Aktien der Telekommunikationsanbieter Verizon (-2,7 %), T-Mobile US (-6,8 %) und Dish (+15,4 %) geraten in Bewegung. Im Handel verweist man auf einen möglichen Markteintritt von Amazon (+2,4 %). Wie Bloomberg berichtet, verhandelt Amazon derzeit mit Mobilfunkanbietern über die Bereitstellung von Mobilfunkdiensten für ihre Prime-Mitglieder zu geringen Kosten oder sogar kostenlos. Amazon spreche mit Verizon, T-Mobile US und Dish über die niedrigsten möglichen Preise. Offenbar sieht der Markt Dish als möglichen Gewinner eines Deals, die Platzhirsche Verizon und T-Mobile US dagegen als Verlierer. Denn eine Abmachung dürfte die Margen der beiden großen Anbieter belasten, heißt es weiter. AT&T geben 4,1 Prozent ab.

Lululemon Athletica springen um 17 Prozent nach oben. Der Anbieter von Yoga-Bekleidung traut sich im laufenden Geschäftsjahr mehr zu und hat seine Jahresprognose angehoben, nachdem die Gesellschaft im ersten Geschäftsquartal besser abgeschnitten hat als erwartet.

Broadcom ziehen um 2,2 Prozent an. Das Halbleiterunternehmen hat im zweiten Geschäftsquartal dank einer gestiegenen Nachfrage nach Technologien der nächsten Generation die Markterwartungen bei Umsatz und bereinigtem Gewinn übertroffen. Auch das für das dritte Quartal angepeilte Umsatzwachstum lag über den Marktschätzungen.

Costco Wholesale steigen um 0,6 Prozent - trotz schwacher Online-Umsätze. Laut Händler überrascht das aber nicht. JetBlue Airways (+1,8 %) und Frontier Group (+5,1 %) gaben bekannt, dass sie im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Spirit Airlines (+1,4 %) durch JetBlue eine Veräußerungsvereinbarung getroffen haben. Die Fluggesellschaft werde alle Anteile von Spirit am New Yorker Flughafen LaGuardia an Frontier veräußern.

Zscaler hat im dritten Geschäftsquartal den Umsatz dank einer starken Nachfrage nach seinen Cloud-Sicherheitsdiensten um fast die Hälfte gesteigert. Umsatz und bereinigter Gewinn übertrafen die Markterwartungen. Der Jahresausblick wurde erneut angehoben. Die Aktie des IT-Unternehmens zieht um 5,1 Prozent an.

Die Aktien von Tilly's sinken um 5,2 Prozent, nachdem der Bekleidungshändler für das zweite Geschäftsquartal unerwartet hohe Verluste prognostiziert hat. Samsara ziehen dagegen um 22,7 Prozent an. Das Unternehmen aus dem Bereich Internet der Dinge hat im abgelaufenen Quartal den Verlust verringert und den Umsatz deutlich gesteigert. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde angehoben.

Die Hinterlegungsscheine der Mainzer Biontech klettern um 4,2 Prozent. Die Biopharmagesellschaft macht Fortschritte im Bereich Leberkrebstherapie. Biontech hat mit ihrem Partner OncoC4 positive Ergebnisse in einer Phase-1/2-Studie erzielt.

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INDEX           zuletzt     +/- %     absolut  +/- % YTD 
DJIA          33.460,22     +1,2 %      398,65      +0,9 % 
S&P-500        4.258,92     +0,9 %       37,90     +10,9 % 
Nasdaq-Comp.  13.188,14     +0,7 %       87,15     +26,0 % 
Nasdaq-100    14.515,46     +0,5 %       73,94     +32,7 % 
 
US-Anleihen 
Laufzeit        Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre            4,44     +10,4        4,33        1,7 
5 Jahre            3,76      +6,4        3,70      -24,0 
7 Jahre            3,72      +6,5        3,65      -25,5 
10 Jahre           3,65      +4,8        3,60      -23,4 
30 Jahre           3,85      +3,9        3,82      -11,6 
 
DEVISEN               zuletzt        +/- %  Fr, 7:58 Uhr  Do, 17:30 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,0768        +0,1 %        1,0771         1,0737   +0,6 % 
EUR/JPY                149,75        +0,2 %        149,61         149,10   +6,7 % 
EUR/CHF                0,9744        -0,0 %        0,9742         0,9757   -1,6 % 
EUR/GBP                0,8593        +0,0 %        0,8591         0,8574   -2,9 % 
USD/JPY                139,10        +0,2 %        138,90         138,82   +6,1 % 
GBP/USD                1,2532        +0,1 %        1,2536         1,2522   +3,6 % 
USD/CNH (Offshore)     7,0848        -0,3 %        7,0860         7,1088   +2,3 % 
Bitcoin 
BTC/USD             27.109,50        +0,8 %     27.154,43      26.902,10  +63,3 % 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settlem.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               71,84        70,10         +2,5 %          +1,74  -10,0 % 
Brent/ICE               76,23        74,28         +2,6 %          +1,95   -9,0 % 
GAS                            VT-Settlem.                      +/- EUR 
Dutch TTF               23,35        23,10         +1,1 %          +0,25  -71,2 % 
 
METALLE               zuletzt       Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.974,32     1.978,15         -0,2 %          -3,83   +8,3 % 
Silber (Spot)           23,90        23,93         -0,1 %          -0,02   -0,3 % 
Platin (Spot)        1.015,85     1.009,83         +0,6 %          +6,03   -4,9 % 
Kupfer-Future            3,75         3,71         +0,9 %          +0,03   -1,9 % 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

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