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MÄRKTE USA/Leichter - Microsoft schürt Rezessionssorgen

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NEW YORK (Dow Jones) - Seit dem Vortag ist die Luft an der Wall Street raus - die Gewinnmitnahmen weiten sich aus. Belastet wird die Stimmung von der aktuell eher mau verlaufenden Berichtsperiode. Microsoft reiht sich in den Reigen eher mäßiger Geschäftsberichte ein, der Kurs verliert 1,2 Prozent. Der Software-Gigant verbuchte im zweiten Geschäftsquartal das schwächste Wachstum seit sechs Jahren. Der Konzern verfehlte mit Umsatz und Ergebnis die Erwartungen, nur das Cloud-Geschäft überzeugte. Besonders kritisch sehen Marktteilnehmer den verhaltenen Ausblick, das Unternehmen warnte vor einer nachlassenden Nachfrage. Damit rückten auch wieder Rezessionsängste ins Bewusstsein der Anleger.

Der Dow-Jones-Index sinkt um 0,5 Prozent auf 33.552 Punkte und zeigt sich damit erholt von seinem Tagestief. S&P-500 und Nasdaq-Composite liegen noch 0,7 bzw. 1,1 Prozent im Minus. Die Microsoft-Kommentare könnten die Technologie-Bullen ins Grübeln über die jüngste Rally bringen, sagt ein Händler. Zudem wurde bekannt, dass Microsoft aktuell mit massiven Problemen beim Zugang zu E-Mails über Outlook oder Teams-Videokonferenzen zu kämpfen hat. "In den vergangenen 24 Stunden war eine leichte Tendenz zu einer risikoarmen Stimmung zu beobachten, was zum Teil auf einige schwächer als erwartet ausgefallene Gewinnveröffentlichungen zurückzuführen ist, die die wachsende Besorgnis über eine mögliche Rezession in den USA verstärkten", sagt Marktstratege Jim Reid von Deutsche Bank.

   Berichtsperiode mit mehr Schatten als Licht 

Ebenfalls keine Freude kommt beim Geschäftsausweis von Boeing (-2,4 %) auf. Zwar hat der Flugzeugbauer beim Cashflow die Wende geschafft, aber Anleger wollten Gewinne sehen, heißt es. Aber der Flugzeugbauer hat das vierte Quartal überraschend mit roten Zahlen beendet und auch die Umsatzerwartungen verfehlt.

Bei Abbott (-2,3 %) belasten das Ausbleiben von Erlösen mit Corona-Tests und die Nachwirkungen der zeitweisen Schließung eines Werks für Säuglingsnahrung. Im Schlussquartal 2022 verbuchte der Gesundheitskonzern erhebliche Umsatzrückgänge. Auch der Gewinn sank deutlich, lag aber über den Erwartungen. Besser hält sich der Kurs von Merck & Co (+0,5 %). Der Pharmakonzern berichtet über Erfolg und Misserfolg bei Studien zum Krebsmittel Keytruda. Der Konzern kündigte an, die Studienergebnisse zum Einsatz des Mittels gegen Gallengangskrebs bei den Zulassungsbehörden einzureichen.

Mit einem Anstieg um 4,9 Prozent reagiert die Aktie von AT&T positiv auf die Viertquartalszahlen. Die Gesellschaft hat mehr verdient als der Markt erwartet hatte. Auch der wichtigste Faktor für den Telekomkonzern, der freie Cashflow, fiel höher als gedacht aus.

Texas Instruments übertraf mit Gewinn und Umsatz im vierten Quartal die allerdings bereits niedrigen Erwartungen, wobei beide Kennziffern im Vergleich zum Vorjahresquartal rückläufig waren. Mit dem Ausblick bewegte sich das Unternehmen innerhalb der bereits kursierenden Prognosespannen. Der Kurs verliert 1,5 Prozent.

eHealth machen einen Satz um fast 34 Prozent, nachdem der Dienstleister für das Gesundheitswesen mit seinen Quartalszahlen früher gemachte Prognosen übertroffen hat. Daneben fiel auch der Ausblick besser als gedacht aus. Intuitive Surgical knicken um 5,4 Prozent ein. Das Medizintechnikunternehmen konnte im Berichtsquartal weniger Operationssysteme verkaufen und verfehlte sowohl mit einem gesunkenen Gewinn wie auch einem um 7 Prozent gestiegenen Umsatz die Konsensschätzungen knapp.

Nach oben geht es mit den Kursen von News Corp und Fox, nachdem Rupert Murdoch, Executive Chairman von News Corp und Fox, seinen Versuch abgeblasen hat, die beiden Teile seines Medienimperiums zu fusionieren. Die A-Aktie von News Corp gewinnt 7, die B-Aktie 6,5 Prozent. Für Fox geht es um 3 Prozent nach oben. News Corp ist die Muttergesellschaft von Dow Jones, zu der auch diese Nachrichtenagentur und das Wall Street Journal gehören.

   Ölpreise ziehen nach Lagerbestandsdaten an 

Am Rentenmarkt kommen die Kurse im Zuge der Erholung am Aktienmarkt etwas zurück, was sich in wieder leicht steigenden Renditen niederschlägt. Der Dollar stagniert.

Die Ölpreise ziehen deutlicher an. Die US-Rohölvorräte sind in der vergangenen Woche gemäß den offiziellen Daten der staatlichen Energy Information Administration stärker gestiegen als erwartet, doch hatte sich dies schon abgezeichnet, nachdem der Branchenverband API am späten Dienstag eine Zunahme der Bestände gemeldet hatte. Die US-Gaspreise fallen indes auf ein 19-Monatstief. Ein robustes Angebot treffe auf Spekulationen über eine sinkende Nachfrage, heißt es im Handel. Ab Anfang Februar sagen Meteorologen wärmeres Wetter in den USA voraus.

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INDEX                 zuletzt        +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA                33.551,81        -0,5 %       -182,15          +1,2 % 
S&P-500              3.987,06        -0,7 %        -29,89          +3,8 % 
Nasdaq-Comp.        11.214,60        -1,1 %       -119,67          +7,2 % 
Nasdaq-100          11.714,64        -1,1 %       -132,01          +7,1 % 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         4,15      -5,3        4,21      -26,7 
5 Jahre         3,58      +0,5        3,58      -41,8 
7 Jahre         3,52      +1,4        3,51      -44,8 
10 Jahre        3,47      +1,3        3,46      -40,9 
30 Jahre        3,63      +1,9        3,61      -34,4 
 
DEVISEN               zuletzt        +/- %  Mi, 8:13 Uhr  Di, 17:33 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,0895        +0,1 %        1,0906         1,0880   +1,8 % 
EUR/JPY                141,31        -0,3 %        142,18         141,35   +0,7 % 
EUR/CHF                1,0027        -0,2 %        1,0068         1,0043   +1,3 % 
EUR/GBP                0,8810        -0,2 %        0,8847         0,8825   -0,5 % 
USD/JPY                129,70        -0,4 %        130,36         129,91   -1,1 % 
GBP/USD                1,2367        +0,3 %        1,2326         1,2329   +2,3 % 
USD/CNH (Offshore)     6,7796        -0,1 %        6,7665         6,7849   -2,1 % 
Bitcoin 
BTC/USD             22.645,12        -0,5 %     22.722,21      22.898,29  +36,4 % 
 
ROHOEL                zuletzt  VT-Settlem.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               81,10        80,13         +1,2 %          +0,97   +0,8 % 
Brent/ICE               86,86        86,13         +0,8 %          +0,73   +1,0 % 
GAS                            VT-Settlem.                      +/- EUR 
Dutch TTF               56,70        58,27         -2,7 %          -1,57  -19,3 % 
 
METALLE               zuletzt       Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.935,62     1.935,00         +0,0 %          +0,62   +6,1 % 
Silber (Spot)           23,75        23,73         +0,1 %          +0,02   -0,9 % 
Platin (Spot)        1.044,90     1.060,50         -1,5 %         -15,60   -2,2 % 
Kupfer-Future            4,24         4,25         -0,1 %          -0,00  +11,4 % 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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