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MÄRKTE USA/Börse legt nach zweitägiger Gewinnserie Pause ein

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NEW YORK (Dow Jones) - Nach zwei Handelstagen in Folge mit kräftigen Kursgewinnen haben die US-Börsen am Dienstag eine Pause eingelegt. Für weiter steigende Kurse bedürfe es entsprechender Impulse, hieß es. Denn der S&P-500 hat in den beiden vorherigen Sitzungen um 3,1 und im Kalenderjahr 2023 bereits um 4,7 Prozent angezogen. Impulse könnte die laufende Berichtsperiode geben. Die Unternehmen müssten "liefern", heißt es. Dabei stünden aber vor allem die Ausblicke im Fokus. Denn die Gewinnerwartungen der Unternehmen stellen einen wichtigen Gradmesser bei der Frage, ob die US-Konjunktur in die Rezession abrutscht. "Eine Reihe von Unternehmensberichten steht uns bevor und wir werden endlich die Gelegenheit haben, zu sehen, wie stark sich das sinkende Verbrauchervertrauen und die schwindenden Ausgaben auf die Gewinne der globalen Giganten ausgewirkt haben, sowohl die der alten als auch der neuen Garde", sagte Analystin Danni Hewson von AJ Bell.

Die aktuell vorgelegten Geschäftsberichte zeigten jedoch insgesamt mehr Schatten als Licht. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent höher, S&P-500 und Nasdaq-Composite verloren 0,1 und 0,3 Prozent. Auf 1.494 (Montag: 2.241) Kursgewinner kamen 1.582 (849) -verlierer. Unverändert schlossen 119 (142) Titel.

Konjunkturseitig waren die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungsgewerbe und Industrie im Januar einmal besser und einmal schlechter als gedacht ausgefallen, zur Orientierungshilfe taugten sie daher wenig. Der Markt setzt im aktuellen Zinserhöhungszyklus auf eine weitere Anhebung um diesmal nur noch 25 Basispunkte in der kommenden Woche. Doch ist diese Verlangsamung des Zinserhöhungstempos eingepreist und stützte daher nicht mehr.

   Geschäftsberichte mit Licht und Schatten 

Der Mischkonzern 3M lieferte eine herbe Enttäuschung, der Kurs gab um 6,2 Prozent nach. Die Gesellschaft hat im vierten Quartal weniger verdient als erwartet und rechnet für das laufende Jahr mit einem Gewinnrückgang. Der Konzern will nun weltweit 2.500 Stellen in der Produktion streichen.

Der Versicherer Travelers hat im vierten Quartal wegen höherer Katastrophenschäden deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum, die Markterwartungen aber erfüllt. Die Einnahmen stiegen dagegen stärker als prognostiziert. Der Kurs kletterte um 3,7 Prozent.

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) hat im vierten Quartal 2022 mehr verdient als erwartet und auch mit dem Ausblick auf das laufende Jahr die Marktprognosen übertroffen. Den enttäuschenden Umsatz verziehen Anleger gleichwohl nicht, die J&J-Aktie schloss unverändert. General Electric stiegen um 1,2 Prozent. Das Industriekonglomerat lag im vierten Quartal mit Erlös, Gewinn und Cashflow über den Erwartungen. Allerdings warnte das Unternehmen vor steigenden Verlusten bei seegestützten Projekten.

Raytheon (+3,3 %) hat den Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt und die Erwartungen übertroffen. Der Wehrtechnikkonzern kündigte zudem an, seine Segmente neu zu organisieren. Wettbewerber Lockheed Martin (+1,8 %) hat im Schlussquartal mehr verdient und umgesetzt als erwartet. Die Jahresprognose für 2023 beließ Lockheed Martin angesichts der weiter bestehenden Herausforderungen in der Lieferkette unverändert und prognostiziert eine Rückkehr zu Wachstum erst im Jahr 2024.

Der Telekommunikationskonzern Verizon ist im vierten Quartal erfolgreich auf Kundenfang gegangen. Das Unternehmen steigerte den Gewinn kräftig, enttäuschte aber beim Ausblick. Der Kurs stieg um 2 Prozent. Google will im Zuge des jüngst angekündigten großen Stellenabbaus auch die Bonuszahlungen von leitenden Managern beschneiden. Die Titel des Mutterkonzerns Alphabet ermäßigten sich um 2,1 Prozent.

Highpeak Energy Acquisition sprangen um 5,5 Prozent. Das Öl- und Erdgasunternehmen prüft strategische Alternativen - einschließlich eines möglichen Verkaufs. Zions Bancorp (-1,7 %) wurde von Rückstellungen im Hinblick auf eine befürchtete Konjunkturabschwächung belastet, das jüngste Quartal lief derweil besser als gedacht. Crane (+4,8 %) reagierten nach anfänglichen Verlusten nun positiv auf den Quartalsbericht. Das Industriegüterunternehmen gefiel zwar mit einer höher als erwartet ausgefallenen Gewinnsteigerung, allerdings enttäuschte der Umsatz.

   Befürchtung eines Überangebots drückt Ölpreise 

Der Rentenmarkt verbuchte verstärken Zulauf, nachdem der Richmond Fed Manufacturing Index im Januar deutlich in den kontraktiven Bereich gerutscht war. Die Renditen sanken im Gegenzug mit der Erwartung langsamerer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank.

Der Dollar zeigte sich zum Euro wenig bewegt. Der Dollarindex gab um 0,2 Prozent nach. Devisenhändler verwiesen auf die Schweigeperiode der US-Notenbank vor der anstehenden Zinssitzung. Daher fehlten dem Greenback aktuell die Impulse von dieser Seite.

Die Erdölpreise drehten deutlicher ins Minus. Händler erklärten dies mit den anstehenden Lagerbestandsdaten des Branchenverbands API am späten Dienstag und der staatlichen Energy Information Administration am Mittwoch. Akteure hätten sich in Erwartung eines gestiegenen Angebots zurückgezogen, so Marktteilnehmer.

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INDEX                 zuletzt        +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA                33.733,96        +0,3 %        104,40          +1,8 % 
S&P-500              4.016,95        -0,1 %         -2,86          +4,6 % 
Nasdaq-Comp.        11.334,27        -0,3 %        -30,14          +8,3 % 
Nasdaq-100          11.846,65        -0,2 %        -25,90          +8,3 % 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite     Bp zu VT    Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  4,21         -1,3          4,22          -21,4 
5 Jahre                  3,58         -3,8          3,62          -42,0 
7 Jahre                  3,52         -5,0          3,57          -45,4 
10 Jahre                 3,46         -5,6          3,52          -41,7 
30 Jahre                 3,61         -6,8          3,68          -35,6 
 
DEVISEN               zuletzt        +/- %  Di, 8:12 Uhr  Mo, 17:34 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,0884        +0,1 %        1,0885         1,0867   +1,7 % 
EUR/JPY                141,65        -0,2 %        141,67         141,92   +0,9 % 
EUR/CHF                1,0040        +0,2 %        1,0029         1,0024   +1,4 % 
EUR/GBP                0,8823        +0,5 %        0,8788         0,8782   -0,3 % 
USD/JPY                130,15        -0,4 %        130,10         130,57   -0,7 % 
GBP/USD                1,2335        -0,4 %        1,2390         1,2374   +2,0 % 
USD/CNH (Offshore)     6,7849        +0,1 %        6,7781         6,7760   -2,1 % 
Bitcoin 
BTC/USD             23.041,12        +0,6 %     23.125,50      22.887,17  +38,8 % 
 
ROHOEL                zuletzt  VT-Settlem.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               80,10        81,62         -1,9 %          -1,52   -0,4 % 
Brent/ICE               86,21        88,19         -2,2 %          -1,98   +0,3 % 
GAS                            VT-Settlem.                      +/- EUR 
Dutch TTF               58,70        66,00        -11,1 %          -7,30  -15,5 % 
 
METALLE               zuletzt       Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.937,23     1.928,48         +0,5 %          +8,76   +6,2 % 
Silber (Spot)           23,67        23,48         +0,8 %          +0,20   -1,2 % 
Platin (Spot)        1.059,43     1.052,00         +0,7 %          +7,43   -0,8 % 
Kupfer-Future            4,26         4,26         +0,1 %          +0,00  +11,8 % 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

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