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MÄRKTE EUROPA/DAX auf Konsolidierungskurs - Warten auf Ifo

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones) - Die Verschnaufpause an den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Mittwoch erst einmal fort. Der DAX gibt im frühen Handel geringfügig um 0,1 Prozent auf 15.078 Punkte nach. Damit verdaut oder konsolidiert der Markt sozusagen die Jahresanfangsrally und baut die überkauften Strukturen in einer seitwärts gerichteten Tendenz ab. "Der DAX stemmt sich bisher erfolgreich gegen einen größeren Rücksetzer", sagt Thomas Altmann von QC Partners. Für einen weiteren Anstieg mangele es aber an positiven Impulsen. Der bisherige Verlauf der Berichtssaison reiche als Impuls nicht aus.

Dazu steht mit dem Ifo-Geschäftsklima eines der wichtigsten Konjunkturbarometer für Deutschland im Blick. Händler erhoffen sich hier klarere Signale als von den Einkaufsmanager-Indizes am Vortag. Volkswirte erwarten einen Anstieg des Ifo im Januar auf 90,1 Punkte nach 88,6 im Vormonat. Auch die Lagebeurteilung und die Geschäftserwartungen sollten sich verbessern.

Zu den größten DAX-Gewinnern zählen zunächst Brenntag, die mit einem Plus von 1,3 Prozent von einer positiven Studie von Morgan Stanley gestützt werden. Zalando ziehen ebenfalls um 1,3 Prozent an und Daimler Truck um 1,2 Prozent. Auf der anderen Seite fallen Deutsche Bank um 3 Prozent, Fresenius Medical Care geben 1,4 Prozent ab.

Im SDAX steigen Jungheinrich um 2,4 Prozent, das Unternehmen kauft in den USA zu. Heino Ruland von Ruland Research verweist auf die hohe Marge von Storage Solutions: Mit 11,72 Prozent liege die EBIT-Marge deutlich über den 7,78 Prozent, die er für Jungheinrich bei den 2022er Zahlen erwartet: "Damit dürfte die Übernahme den Gewinn je Aktie erhöhen, und das auch dann, wenn die Übernahme über Kredite finanziert wird", sagt er.

  Rheinmetall auf Allzeithoch - Leopardlieferung gefährdet Ringtausch-Geschäft 

Rheinmetall steigen um 2,4 Prozent auf das neue Allzeithoch von 228,40 Euro. Das Grüne Licht aus Berlin für die Lieferung der Leopard-Panzer an die Ukraine kann für Rheinmetall allerdings auch negativ gesehen werden: "Für die deutschen Panzerhersteller ist das Modell des Ringtauschs besonders attraktiv", so Konfliktforscher Max Mutschler in einem Gespräch mit dem Fernsehsender N-TV. Dadurch bekämen sie neue Kunden und könnten diese durch Wartung und Ersatzteillieferungen langfristig an sich binden. Nun könnten Konkurrenten die Lücken nutzen, um den deutschen Herstellern Kunden abspenstig zu machen. "Wenn Polen jetzt einen Teil (der Leoparden) in die Ukraine sendet, dann ist es durchaus möglich, dass das Land als Kunde für die deutschen Hersteller ganz verloren geht", so der Konfliktforscher.

Zwar gelten die Kapazitäten derzeit als nicht ausreichend und werden ausgebaut. "Die Verteidigungsetats werden aber nicht ewig steigen", so der Konfliktforscher. "Da fragen sich die Unternehmen schon, wie sie die neuen Produktionskapazitäten langfristig auslasten können", sagt er.

   Unterschiedliche Impulse für Techs - starker Ausblick von ASML 

Dabei erhält die Rally der Tech-Werte nun einen kleinen Dämpfer, ihr Stoxx-Branchenindex ist mit einem Minus von 0,6 Prozent zunächst der schwächste Sektorenindex. Denn die Quartalszahlen und Ausblicke von Microsoft und Texas Instruments seien eher verhalten ausgefallen. Andererseits spricht ASML davon, dass das erste Quartal vermutlich über den Schätzungen der Analysten liegen werde. Trotzdem gibt der Kurs um 1,3 Prozent nach. Am deutschen Markt fallen Aixtron um 5,4 Prozent, belastet allerdings auch von einer Abstufung auf Halten durch die Deutsche Bank.

Auch bei Givaudan macht sich der Kostendruck in der Chemiebranche massiv bemerkbar. "Der Margendruck, den wir schon bei Symrise gesehen haben, schlägt auch hier zu", kommentiert ein Händler. Auch bei dem Symrise-Konkurrenten sei das Gesamtjahr zwar ordentlich verlaufen, im vierten Quartal jedoch deutlich unter Druck geraten. Die EBITDA-Marge auf vergleichbarer Basis ging für das Gesamtjahr auf 20,7 nach 22,2 Prozent im Vorjahr zurück. Umsatz und Gewinn-Kennziffern lagen leicht unter Analystenerwartung. Der Kurs fällt um 1,3 Prozent. Die Symrise-Aktie gibt 0,7 Prozent nach.

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Aktienindex              zuletzt        +/- %       absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.143,46        -0,2 %         -9,56          +9,2 % 
Stoxx-50                3.854,05        -0,3 %        -10,52          +5,5 % 
DAX                    15.072,80        -0,1 %        -20,31          +8,3 % 
MDAX                   28.542,01        -0,1 %        -24,99         +13,6 % 
TecDAX                  3.147,67        -0,8 %        -24,11          +7,8 % 
SDAX                   13.184,13        -0,3 %        -38,08         +10,6 % 
FTSE                    7.762,67        +0,1 %          5,31          +4,1 % 
CAC                     7.048,96        -0,0 %         -1,52          +8,9 % 
 
Rentenmarkt              zuletzt                    absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,13                      -0,02          -0,44 
US-Zehnjahresrendite        3,45                      -0,01          -0,43 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %  Mi, 8:13 Uhr  Di, 17:33 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,0906        +0,2 %        1,0906         1,0880   +1,9 % 
EUR/JPY                   141,80        +0,1 %        142,18         141,35   +1,0 % 
EUR/CHF                   1,0055        +0,1 %        1,0068         1,0043   +1,6 % 
EUR/GBP                   0,8834        +0,1 %        0,8847         0,8825   -0,2 % 
USD/JPY                   130,36        +0,1 %        130,36         129,91   -0,6 % 
GBP/USD                   1,2320        +0,0 %        1,2326         1,2329   +1,9 % 
USD/CNH (Offshore)        6,7665        -0,2 %        6,7665         6,7849   -2,3 % 
Bitcoin 
BTC/USD                22.684,14        -0,3 %     22.722,21      22.898,29  +36,7 % 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settlem.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  80,34        80,13         +0,3 %          +0,21   -0,1 % 
Brent/ICE                  86,36        86,13         +0,3 %          +0,23   +0,4 % 
GAS                               VT-Settlem.                      +/- EUR 
Dutch TTF                  55,70        58,27         -4,4 %          -2,57  -19,3 % 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.932,77     1.935,00         -0,1 %          -2,24   +6,0 % 
Silber (Spot)              23,64        23,73         -0,4 %          -0,09   -1,4 % 
Platin (Spot)           1.055,63     1.060,50         -0,5 %          -4,88   -1,2 % 
Kupfer-Future               4,25         4,25         -0,0 %          -0,00  +11,5 % 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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DJG/hru/err

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