Habeck: Wir sind wegen gedrosselter Gaslieferungen in ernster Situation
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BERLIN (Dow Jones) - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Bevölkerung und die Wirtschaft nach der weiteren Drosselung der Gaslieferungen aus Russland zum Einsparen von Gas aufgefordert. "Wir sind in einer ernsten Situation. Es wird auch Zeit, dass das alle verstehen", sagte Habeck am Montagabend in den ARD-Tagesthemen. Der Gasverbrauch müsse in Deutschland um 15 bis 20 Prozent reduziert werden.
Sollte es zu einer Gasmangellage kommen, würde die Versorgung der Industrie reduziert werden, bevor private Haushalte oder geschützte Infrastrukturen wie Krankenhäuser Gasreduktionen erleiden müssten. Dann würden bestimmte Produktionsketten in Deutschland oder Europa nicht mehr funktionieren.
Wenn die Verbrauchssenkung geschafft werde, "dann haben wir eine ganz gute Chance mit all den Maßnahmen, diesen Schritt nicht gehen zu müssen", so Habeck. Zuvor hatte der russische Staatskonzern Gazprom angekündigt, die Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 ab Mittwoch auf 20 Prozent von zuvor 40 Prozent der möglichen Kapazität zu reduzieren. Als Grund nannte Gazprom die Reparatur einer weiteren Turbine.
Habeck sieht darin einen vorgeschobenen Grund und warf Russland ein "perfides Spiel" vor, mit dem Russlands Präsident Wladimir Putin versuche, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und die Gesellschaft zu spalten.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/smh
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