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KBV - Kurs-Buchwert-Verhältnis

Mit dem KBV wird das Verhältnis zwischen Marktwert pro Aktie (also dem Aktienkurs) und Buchwert pro Aktie ermittelt (englisch: „market-to-book ratio“):

KBV = (aktueller Aktienkurs)/(Buchwert pro Aktie)

Am KBV kann man erkennen, ob ein Unternehmen unter oder über dem bilanzrechtlich ermittelten Buchwert notiert. Der Buchwert ist der Wert des auf die Anteilseigner entfallenden Eigenkapitals. Er errechnet sich vereinfacht gesagt aus der Summe der Vermögensgegenstände (Aktiva) minus der ausstehenden Verbindlichkeiten und minus der immateriellen Vermögensgegenstände (wie selbstgeschaffene Patente).

Der Buchwert spiegelt wider, was das Unternehmen bei einer Liquidation Wert wäre, wenn also alle materiellen Vermögensstände verkauft würden. Um den Buchwert pro Aktie zu ermitteln, muss dieser Wert natürlich durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien geteilt werden. Ein KBV über 1 bedeutet demnach, dass dem Unternehmen am Markt ein höherer Wert beigemessen wird als der reine Substanzwert. Das kann sich dadurch ergeben, dass das Unternehmen über werthaltige immaterielle Vermögensgegenstände wie einen starken Markennamen verfügt oder weil die Investoren des Unternehmens hohe Erträge in der Zukunft erwarten.

Sucht der Fundamentalanalyst nach günstig bewerteten Aktien gilt die Faustregel auf ein KBV zu achten, das gegen 1 tendiert oder sogar darunterliegt. Hier ist aber Vorsicht geboten, da ein KBV unter 1 isoliert betrachtet nicht auf einen Schnäppchenpreis der Aktie hindeuten muss. Es kann sein, dass Verluste auflaufen die den Marktwert des Eigenkapitals aufzehren, die sich aber noch nicht auf den Buchwert durchgeschlagen haben. In einem solchen Fall wäre eine Investition nicht ratsam. Daher muss das KBV in Verbindung mit anderen Kennzahlen betrachtet werden. Weist das Unternehmen auch ein gutes KGV und stabile Ertragskraft auf, kann ein niedriges KBV eventuell auf eine Unterbewertung des Unternehmens hindeuten.

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Über den Experten

Thomas May
Thomas May
Experte für Fibonacci-Analyse

Thomas May entdeckte Ende der 1990er Jahre die Leidenschaft für die Börse. Zu Beginn fundamental orientiert, war er bald von der Charttechnischen Analyse begeistert und befasste sich intensiv mit klassischer Charttechnik, Elliott Wellen, Fibonacci- und Zyklenanalyse. Seit 2010 im Team der stock3 AG war er von 2012 bis 2016 Chefredakteur von GodmodeTrader.de, ist Autor der DVDs „Charttechnik für Einsteiger“ und „Fibonacci-Trading“, Mitherausgeber des ersten Teils von „Das große GodmodeTrader-Handbuch“ sowie einer der Autoren im zweiten Teil der Buchserie. Auf stock3 liegt sein Schwerpunkt auf charttechnischen Edelmetall-, Aktien- und Indexanalysen. Auf dem stock3 Terminal betreut der leidenschaftliche Swing-Trader seinen eigenen Desktop für Chartanalysen und Trading-Setups und handelt zudem aktiv im Depot "Gehebeltes Swing-Trading" des Premium-Services PROmax.

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