Wissensartikel

CFDs - Höchstmaß an Flexibilität

Der Handel mit CFDs bietet Anlegern eine beeindruckende Bandbreite an Möglichkeiten: Die Vorteile des Investmentinstruments im Einzelnen.

CFDs stellen ein sehr flexibles Handelsinstrument dar, welches dem Trader umfassende Möglichkeiten bietet, schnell und effektiv an den Märkten zu partizipieren. Ansprechend sind beim Handel mit CFD auf den ersten Blick vor allem die hohen Hebelwirkungen, die mit diesem Instrument erzielt werden können. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, aus einem Konto heraus viele Basiswerte sowohl Long als auch Short handeln zu können ohne auf spezielle Produkte ausweichen zu müssen. Selbstverständlich hat der Handel mit CFDs auch Nachteile, auf die ich ebenfalls eingehen möchte.

Im Vordergrund steht bei den CFDs in jedem Fall die Möglichkeit des Handels mit einer hohen Hebelwirkung. Es wird im Vergleich zu einem Direktinvestment nur ein geringer Teil des Kapitals benötigt, um eine ebenso große Position zu eröffnen. Die Hebelwirkung ist von Broker zu Broker unterschiedlich und kann auch an den Aktienmärkten einen Hebel von 100 erreichen, in allen Fällen aber ist sie mehr als ausreichend. Ein geringer Kapitalbedarf für das Eingehen der Positionen ermöglicht es, bei korrekter Markteinschätzung ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals zu gewinnen und so das eigene Depot schnell nach oben zu handeln. Bei einem Hebel von 100 genügt beispielsweise eine Veränderung des Basiswertes um 1% um das eingesetzte Kapital zu verdoppeln. Realistisch ist dies jedoch auf Dauer nicht, denn der Hebel wirkt natürlich in beiden Richtungen. Bei einer Fehleinschätzung um 1% wäre in diesem Beispiel das eingesetzte Kapital komplett verloren und Fehltrades gehören zum Trading zwangsläufig dazu. Dennoch lässt sich der Hebel nutzen, um besonders in stabilen Marktphasen, die durch den Trader gut eingeschätzt werden können, überproportional an den Marktbewegungen zu partizipieren. Darüber hinaus lässt sich durch die Erhöhung des zur Verfügung stehenden Kapitals eine höhere Diversifikation auch bei kleineren Konten erreichen.

Daneben bieten CFDs aber auch vor allem sehr gute Möglichkeiten bei der Handelbarkeit der Märkte. So lassen sich Aktien Long und Short gleichermaßen und schnell handeln, ohne auf Derivate zurückgreifen zu müssen. Auch der Handel von Rohstoffen und Indizes ist problemlos und aus demselben Konto heraus möglich bei individuell anpassbaren Positionsgrößen. Nicht zuletzt lassen sich auch Währungen mit engen Spreads handeln, so dass flexibel und unabhängig innerhalb aller wichtigen Märkte agiert werden kann. Einen Nachteil stellen dabei aber die Teilweise eigenen Kursstellungen des CFD Brokers dar, welche auch leicht von den tatsächlichen Marktpreisen abweichen können oder größere Spreads als im Primärmarkt bedeuten.

Gerade aufgrund der vielfältigen Handelsmöglichkeiten und der Tatsache, dass ein Vielfaches des eigentlich zur Verfügung stehenden Kapitals am Markt bewegt werden kann ist es für CFD Trader entscheidend, sich auf ein klares Risiko- und Moneymanagement verlassen zu können. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten. Effektiv ist in jedem Fall, im Vorfeld eines jeden Trades genau zu definieren, wie viel maximal in einer Position verloren werden darf wenn das Tradesetup nicht aufgeht. Dafür ist es nötig, einen Punkt festzulegen an dem das Tradesetup aufgegeben und der Trade in jedem Fall wieder beendet wird wenn sich die Einschätzung als falsch herausstellt. Ist dieser Punkt gegeben, dann kann der Abstand dazu gegenüber dem Einstiegspunkt ermittelt werden und über diesen Abstand die maximale Positionsgröße. Ein Beispiel: Ein Trader mit einer Kontogröße von 10.000 Euro kauft eine Aktienposition bei 100 Euro und legt einen Stopp-Loss für diese Position bei 96 Euro fest. Dann können je Aktie 4 Euro verloren werden. Das Moneymanagement schreibt nun vor, dass je Trade nicht mehr als 1 % des zur Verfügung stehenden Kapitals riskiert werden dürfen. Bei der vorhandenen Kontogröße entsprechen die 1% ca. 100 Euro. Somit lassen sich in einer solchen Position 100 Euro / 4 Euro = 20 Aktien kaufen. Wie viel Margin für diese Position nötig ist und damit auch der Hebel, ist nicht relevant. Entscheidend ist, dass bei einem Fehltrade dieser letztlich 2.000 Euro großen Position nicht mehr als 1 % des Grundkapitals verloren werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, vor jedem Trade auch das mögliche realistische Kurspotenzial für den gehandelten Zeitraum einzuschätzen. Dieses sollte im Idealfall dem zweifachen oder mehr des riskierten Kapitals entsprechen.

Um Chancen zu nutzen und auch bei der Vielzahl der handelbaren Instrumente herauszufiltern bietet sich technische Analyse an. Eine Reihe unterschiedlicher Formationslagen und Marktbewegungen lässt Rückschlüsse zu auf wahrscheinlicher werdende folgende Bewegungen zu. Es ist zwar unmöglich, genaue Kursverläufe in jedem Fall vorherzusagen, dies ist aber auch nicht entscheidend. Wichtig ist die Chance, in der Mehrzahl der Fälle die wahrscheinlichere Markttendenz bestimmen zu können, so dass über einen mittelfristigen Zeitraum die Kursgewinner die Kursverlierer überwiegen. Kombiniert mit einem zum Tradestil passenden Risiko- und Moneymanagement lässt sich dann in der Summe auch dauerhaft erfolgreich an den Märkten agieren.

An einem Tradebeispiel lässt sich dies verdeutlichen. Der Goldpreis bewegte sich ab Mai in einer Seitwärtsbewegung, welche charttechnisch eine steigende Dreiecksformation dargestellt hat. Diese lässt einen Ausbruch zur Oberseite erwarten mit anschließendem Anstieg, der der größten Ausdehnung innerhalb der Dreiecksformation wenigstens entspricht. Somit lässt sich in Ruhe ein Trade vorbereiten. Bricht Gold dann nach oben aus über die Dreiecksoberkante, in diesem Fall 1.630 $, dann erfolgt der Einstieg. Sofern Gold die Seitwärtsbewegung fortsetzt oder nach unten ausbricht wird nicht reagiert und keine Position eröffnet. Das Potenzial ermittelt sich vom Hoch zum Tief der Formation auf 104 $, was einen Anstieg im Falle eines erfolgreichen Ausbruchs bis in den Bereich 1.734 $ erwarten lässt. Erkennbar dargestellt ist dies an den beiden blauen Linien, welche sich auf US Dollar Basis entsprechen.

Es stellt sich für den Trader aber noch die Frage, ob der Trade eingegangen werden sollte unter dem Gesichtspunkt, dass die Chance das Risiko deutlich überwiegt. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs boten sich zwei wichtige Zwischentiefs innerhalb der Seitwärtsbewegung im Bereich 1.585 $, unter welchen ein sinnvoller Stopp-Loss platziert werden konnte. Der Abstand zum Stopp-Loss bei einem Ausbruch über 1.630 $ beträgt somit 45 $. Das Potenzial von 104 $ entspricht damit dem 2,3fachen, was einen Trade realistisch werden lässt. Nun stellt sich nur noch die Frage nach der Positionsgröße. Bei einem Konto von 20.000 Euro sollen maximal 1 % riskiert werden, somit nicht mehr als 200 Euro. Wenn mit 1 Kontrakt auf den Goldpreis dann 45 $ verloren werden können, lassen sich 200 /45 = 4,44 Kontrakte handeln. Da Gold jedoch in USD notiert, das Konto aber auf Euro läuft, lässt sich diese Zahl um das EUR/USD-Wechselkursverhältnis von ca. 1,30 USD auf 4,44*1,30= 5,77 erhöhen. Mehr als 5 Kontrakte sollten somit nicht gehandelt werden. 6.270 Euro werden mit dieser Position tatsächlich bewegt.

Bricht Gold nach oben weiter aus, dann lässt sich der Stopp-Loss schrittweise anheben um das Risiko zu verringern oder Gewinne zu sichern. In diesem Fall schaffte der Goldpreis einen Anstieg relativ direkt bis zum Ziel bei 1.734 $ innerhalb weniger Wochen, so dass dort im Godmode CFD Aktien Trader auch Gewinne gesichert wurden.

Derartige und ähnliche Chancen, auch für Shortpositionen, finden sich in annähernd jeder Marktlage. Die Möglichkeit, via CFD eine Vielzahl von Basiswerten zu handeln bietet somit die Chance, bei umfassender Nutzung der technischen Analyse unter der Voraussetzung eines vorhandenen Moneymanagements, mittelfristig von den erheblichen Chancen an den Märkten zu profitieren.

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Über den Experten

Marko Strehk
Marko Strehk
Technischer Analyst und Trader

Marko Strehk blickt auf intensive langjährige Erfahrungen mit verschiedenen Strategien des auf Charttechnik basierenden Tradings zurück. Als versierter Allrounder handelt Strehk Aktien und Indizes im kurz- und mittelfristigen Zeitfenster mit bestechender Präzision. Überragende Fähigkeiten in Trend- und Kursmusteranalysen, bei der Anwendung von Risiko- und Moneymanagementstrategien sowie ein umfassendes theoretisches Wissen zu unterschiedlichen Tradingmethoden und Tradinginstrumenten wie beispielsweise Hebelzertifikate, Optionsscheine, CFDs und Anlagezertifikate zeichnen ihn aus. Auf GodmodeTrader.de betreut Strehk als Headtrader die Produktpakete „Aktien Premium Trader“ und „CFD Trader Services“.

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